LaVidaLoca

12Mai
2017

was uns niemand über das Reisen sagt...

 

Wir lesen viel über die Schönheit des Reisens in verschiedenen Blogs und Artikeln. Wie toll es ist aus der „comfort zone“ auszubrechen und neue Länder zu erkunden, neues Essen zu probieren und Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen.

Es wird darüber geschrieben, dass wir unseren Mut zusammen nehmen und uns auf das Abenteuer Reisen einlassen sollen. Es werden uns 1000 Tipps zum Thema Sparen, Packliste und Reisedestinationen gegeben. Außerdem werden wir inspiriert, unsere Jobs und Wohnungen zu kündigen. Wir werden motiviert, es endlich zu tun – endlich aus unserem Alltag auszubrechen und loszuziehen.

Und wenn wir es dann wirklich machen – unseren Job kündigen, unseren Rucksack packen und startklar sind, haben wir das Gefühl es geschafft zu haben. Wir erfüllen uns unseren Traum und trotz der vielen Ängste beginnen wir zu reisen. Nichts kann uns aufhalten, weil wir es geschafft haben das zu tun, was wir uns schon lange wünschen.

 

Das Glück welches man während der Reise empfinden kann, ist nicht zu beschreiben. Irgendwann fragen wir uns sogar, wovor wir so viel Angst hatten.

Plötzlich sind wir frei. Frei wie noch nie. Wenn wir wochenlang nicht erreichbar sind, haben wir immer noch die Ausrede, dass wir keine Internet Verbindung haben. Niemand will wissen, was wir machen und selbst wenn wir tagelang mal rein gar nichts tun, stört sich keiner daran. Es interessiert niemanden wann wir aufstehen oder ins Bett gehen. Wir machen einfach nur das, was wir wollen.

Wir lernen unzählige Leute kennen und sind nie allein, außer wir wollen es. Fremde Personen werden zu Freunden – wenn auch nur für einen Tag, da sich danach die Wege wieder trennen. Wir vertrauen unsere tiefsten Geheimnisse anderen Reisenden an und reden nächtelang über Gott und die Welt. Ohne Scham, ohne viel nachzudenken – wir sagen das, was uns in den Sinn kommt, denn mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit sehen wir diese Leute ja nie wieder.

Wir fangen schon vormittags an Bier zu trinken und setzen uns an entlegene Strände um die Wellen zu beobachten. Manchmal ist das einzige was wir an einem Tag erreichen wollen, in den Supermarkt zu gehen und Essen zu kaufen und wenn wir das dann geschafft haben, fühlen wir uns, als hätten wir die Welt zerrissen.

Aber es gibt auch andere Tage. Tage, an denen wir uns was anschauen, wandern, klettern oder stundenlang in irgendwelchen Bussen sitzen und abends dann so erschöpft sind dass wir todmüde aber überglücklich ins Bett fallen.

Natürlich ist nicht immer alles toll und schön. Wir werden krank, verpassen den letzten Bus oder finden kein Bett zum Schlafen. Doch auch die schwierigen Zeiten schaffen wir irgendwie und wachsen daran.

Auf Reisen fühlen wir uns, als könnten wir alles schaffen – und das tun wir auch.

 

Doch auf was wir nicht vorbereitet sind, ist das Heimkommen. Natürlich spukt der Gedanke immer mal wieder im Kopf rum, doch er wird entweder verdrängt oder wir reden uns ein, dass wir bereit sind.

Dann, wenn wir zuhause ankommen, werden wir erst mal von Familie und Freunden begrüßt und jeder will wissen, was wir so gemacht haben. Da wir aber nicht nur 3 Tage weg waren, ist es unmöglich zu erzählen was wir erlebt haben. Es dauert auch nicht lange, bis scheinbar das Interesse von Familie und Freunden weg ist und die Gespräche sich wieder um Job, Wohnung oder die neuen Schuhe drehen. Und genau dann fängt unser Kopf an zu arbeiten „Kann ich mich wirklich wieder an dieses Leben gewöhnen?“ „Werde ich je wieder zuhause glücklich sein?“.

Wir wachen immer am gleichen Ort, im gleichen Haus, im gleichen Bett auf. Wir haben zwar einen vollen Kühlschrank und puren Luxus, doch wir merken, dass es nicht das ist, was uns glücklich macht. Die Freiheit fehlt uns. Diese pure Freiheit, welche wir während des Reisens hatten, ist einfach weg. Natürlich ist das auch für Außenstehende nicht so einfach zu verstehen und deshalb fühlen wir uns allein. Niemand weiß, was in uns vorgeht und am liebsten würden wir einfach in den nächsten Flieger steigen und wieder weg sein.

Genau das ist es, was uns niemand gesagt hat. Niemand hat uns davor gewarnt, wie schrecklich diese Zeit sein kann. Wir beginnen sogar uns zu fragen, ob es besser gewesen wäre, diese schöne Welt niemals entdeckt zu haben. Dann hätten wir zwar die beste Zeit unseres Lebens verpasst, aber wir wären einfach glücklich und uns würde nichts fehlen.

 

Je höher man fliegt, desto tiefer kann man fallen.

 

Wir haben den Höhepunkt des Glücks erlebt und umso tiefer kann die Traurigkeit, welche wir jetzt empfinden sein.

Doch genau jetzt befinden wir uns am wichtigsten Punkt des Reisens. Jetzt können wir am meisten lernen und wachsen.

Während wir weg waren, haben wir viel gelernt und uns wahrscheinlich auch verändert. Aber jetzt ist der Zeitpunkt, an dem wir alles aus uns herausholen müssen.

Es hilft uns nicht, wenn man uns sagt „du hast hier alles was du brauchst, andere würden alles geben für so ein Leben“. Das macht es nur noch schlimmer, da wir uns dann wie Versager fühlen. Wir haben alles und sind trotzdem unglücklich? Wie kann das sein?

Nur wir selbst können uns da raus helfen. Wenn wir Glück haben, hat sich aus den hundert „Freunden für eine Nacht“ eine richtige Freundschaft entwickelt. Vielleicht haben wir sogar Freunde fürs Leben gefunden. Freunde, die genau das gleich durchmachen wie wir. Vielleicht gibt es ja sogar jemanden, der diese Phase schon hinter sich hat und uns unterstützen kann.

Wir müssen lernen, dass wir ganz allein für unser Glück verantwortlich sind. Wir entscheiden, ob wir glücklich oder traurig sind. Wir können jetzt alles schwarz sehen, beginnen alles zu hassen und uns sogar von unseren Freunden zurückziehen, oder wir entscheiden uns dafür, glücklich zu sein.

Jetzt können wir entscheiden, welchen Job wir machen wollen, in welcher Wohnung wir wohnen wollen. Wir sind frei und können unser Leben von Grund auf umgestalten.

Während dieser Phase werden einige Freundschaften daran zerbrechen, dafür andere umso tiefer und mit der Zeit werden auch neue entstehen.

Wir müssen jetzt anfangen uns Beschäftigungen zu suchen. Auf Reisen war jeder Tag – auch wenn es ein „Faultag“ war – ein Abenteuer und ein Erlebnis. Zuhause nur herum zu sitzen, kann sich allerdings sinnlos anfühlen. Vielleicht wissen wir nicht mal mehr, was man zuhause so macht und es fällt uns schwer, raus zu gehen. Doch wir werden merken, dass es genügend Dinge gibt, die wir erleben können. Und wenn wir uns dann endlich auf unsere Umgebung einlassen, werden wir auch sehen, dass es Menschen gibt, welche uns näher denn je stehen und trotz dieser Lebensphase, welche sie wahrscheinlich nicht verstehen, eng an unserer Seite sind. Wir werden begreifen, dass es sehr wohl Leute gibt, welche gerne mit uns über das Erlebte reden und auch zuhause können wir problemlos nächtelange Gespräche führen. Wir können auch hier unseren Freunden alles erzählen, ohne groß nachzudenken. Dafür sind Freunde und Familie ja da und genau das ist es auch, was uns am meisten helfen wird, diese Phase durchzustehen.

Wir müssen uns vor Augen halten, dass wir es schaffen können, das alles durchzustehen und umso schneller wir das begreifen, umso schneller können wir unser Leben wieder in vollen Zügen genießen.

 

...außerdem müssen wir ja unsere nächste Reise planen :)

 

18März
2016

die ersten Tage daheim

Wir sind jetzt wieder zuhause und merken, welchen Luxus wir haben. Die Wohnung kommt uns in etwa doppelt so groß vor, wie sie eigentlich ist und wenn ich in den Kleiderschrank schaue denke ich mir nur "wer soll das alles anziehen". Seit ich 14 bin, habe ich eine Leidenschaft für Schuhe und dementsprechend auch über 100 Paar und jetzt habe ich das Gefühl, diese Sammlung erstickt mich. Gleich wie mich die Berge, die Wände der Wohnung und die frische Landluft ersticken. 

Einerseits sehe ich jetzt, wie schön wir es haben. Der Kühlschrank ist mit lauter Leckereien gefüllt und die Dusche hat nicht nur warmes, sondern heißes Wasser. Das Bett ist rießig und die Kopfpolster sind weich wie Watte. Komischerweise macht mich das alles gar nicht glücklich. Ich könnte gut und gerne auf den ganzen Luxus verzichten. Ja, eigentlich wäre ich wieder bereit abzuhauen. 

Es ist total schön, alle seine Lieben wiederzusehen. Doch sehr schnell drehen sich die Gespräche jetzt schon wieder über deren Leben. Deren Chefs, deren Arbeit, deren Geld. Ich habe das Gefühl, als wollte ich so viel erzählen und weiß doch nicht wo anfangen. Wie kann man über 7 Monate Reisen erklären? Es wird niemand verstehen, der nicht dasselbe durchgemacht hat. Es ist nicht immer alles toll und schön. Wir hatten auch Situationen, an denen wir uns heim gewünscht hätten. Genau das ist auch wichtig, weil so konnten wir was lernen und im Nachhinein sehen, was wir alles schaffen können. 

Diese Reise hat uns stark gemacht und unseren Horizont geöffnet. So sehr sogar, dass wir viele Dinge, die daheim passieren, gar nicht mehr verstehen können. Eine Hose für 80€? Teuren Schmuck? Gedanken um die Arbeit? All das ist für uns so fremd, wie für unsere Familien und Freunde das, was uns beschäftigt. 

Während der Reise haben wir uns verändert. Sehr sogar. Und die meisten denken natürlich, dass wir heim kommen und alles beim alten ist. Das ist es aber nicht und das wird es auch nie mehr sein. Ich mag mein verändertes Ich ziemlich gern und ich will auch nicht wieder so sein, wie vorher. Natürlich ist das eine Probe für viele Freundschaften. Freunde und Familie müssen viel Akzeptanz aufbringen. Aber auch ich muss das. Ich darf mir nicht bei allen und jeden denken "wieso ist das so? Ich würde das anders machen! Ich finde das nicht richtig!" Nein, ich muss genauso akzeptieren, dass die Leute zuhause sich nicht so verändert haben in den letzten 7 Monaten. 

Manchmal hab ich das Gefühl, alles bricht zusammen. Ich weiß ganz genau, dass ich jetzt zur Zeit nicht mehr weg kann, weil das Geld fehlt. Trotzdem ist irgendwo in mir drinnen die Hoffnung, dass Christoph mich packt und in den nächsten Flieger setzt. Damit muss ich allerdings abschließen. Ich muss versuchen zurecht zu kommen. Das ist mein Zuhause. Das ist mein Leben. Am liebsten würde ich flüchten und mich nicht mehr umdrehen, aber das geht nicht! Wir haben hier alles und auch Menschen die uns lieben. Jetzt wird es Zeit dankbar zu sein für das, was wir erleben durften und nicht einen Hass gegen alles gewohnte zu bekommen. Ich sehe die Berge mit ihren weißen Spitzen und denke mir "Wow, davon muss ich ein Foto machen". Im nächsten Moment wird mir bewusst, dass ich genau diese Berge mit genau den weißen Spitzen noch mein Leben lang sehen werde und dann fange ich an diese Berge zu hassen und das Weiß hässlich zu finden. So geht es mir bei vielen Sachen und ich muss anfangen diese, meine Berge zu lieben und zu schätzen. 

Genauso wie ich anfangen muss, Freunde die sich jetzt natürlich öfters melden zu schätzen und nicht genervt zu sein. Niemand will uns einengen, doch ich hab sehr schnell dieses Gefühl. Selbst Luna hat es schwer mit mir. Ich liebe sie, aber sie nimmt mir meine restliche Freiheit weg, die ich noch habe. Ich muss spazieren gehen, sie füttern und ihr Wasser geben. So habe ich das Gefühl, dass sie meinen Tag bestimmt. Eigentlich ist das ja gar nicht so. Hätten wir sie nicht, hätten wir keinen Grund uns zu bewegen und unsere schöne Natur zu sehen. Wir würden sehr schnell zunehmen und faul werden. Leider merkt sie aber, dass ich so denke und das tut mir total leid. Ich will mich wirklich bessern. Ich will versuchen, mit allem klar zu kommen und alles zu schätzen und vor allem dankbar zu sein.

15März
2016

Roadtrip - Bogotá

Am nächsten Tag trafen wir uns um halb 8 zum Frühstück. Da ich keine Tabletten mehr genommen hatte, konnte ich endlich wieder was essen und fühlte mich schon viel besser. Nachdem wir gegessen hatten, fuhren wir los. Bis nach Bogotá waren es nur 3 Stunden. Wir waren alle total gut gelaunt und freuten uns schon auf den Abend, da wir unser letztes Wochenende in Kolumbien feiern wollten.

Zum Glück war die Straße von Villa de Leyva nach Bogotá besser. Wir kamen an einem anderen Dorf vorbei, welches mich total an Peru, oder zumindest das Bild, welches ich von Peru aus dem Fernseher kannte, erinnerte. 

Weg nach Bogotá Weg nach Bogotá

Nach 1,5 Stunden waren wir auch schon wieder auf dem Highway. Um Punkt 12 Uhr mittags kamen wir dann in Bogotá an. Natürlich hatten wir es wieder verplant ein Hostel zu reservieren. Wir fuhren zuerst in einen Stadtteil, welcher laut Reiseführer viele Hostels hat. Das erste war leider schon voll, aber davon ließen wir uns nicht die Laune vermiesen. So fuhren wir einfach zum nächsten. Das war auch voll. Die Jungs machten sich zu Fuß auf den Weg und klapperten ein paar Hostels ab. Als sie nach 20 Minuten zurück zum Auto kamen, verkündeten sie mir, dass alle Hostels hier voll sind. Wir wussten natürlich nicht, dass genau an diesem Wochenende ein Rolling Stones Konzert und ein Musikfestival war. Langsam wurden wir nervös und suchten im Reiseführer nach weiteren Hostels. Wir irrten durch die Stadt und suchten verzweifelt nach einer Unterkunft. Irgendwann entschieden wir uns zu McDonald´s zu fahren, da es dort immer Internet gibt. Vielleicht können wir ja im Internet noch ein freies Hostel oder Hotel finden. Als wir nach weiteren 30 Minuten endich bei McDonald´s ankamen, bestellten wir uns ein Eis und versuchten uns mit dem Internet zu verbinden. Dieses war jedoch überlastet und wir wurden immer nervöser. Irgendwann klappte es zum Glück und wir fanden noch ein freies Hostel. Sofort reservierten wir das Zimmer und machten uns auf den Weg dorthin. 
Um 15.30 Uhr, nach 3,5 Stunden Suche, kamen wir im Hostel an. Als der Rezeptionist uns dann sagte, dass irgendwas mit der Buchung nicht geklappt hätte und er kein Zimmer mehr für uns hat, waren wir richtig verzweifelt. Wir verbindeten unsere Handys mit dem Internet des Hostels und suchten weiter. Nach 30 Minuten kam er dann zu uns und erkläre uns, dass er nun doch plötzlich Platz für uns hat. Wir waren richtig froh und holten gleich unsere Rucksäcke aus dem Auto. Als wir allerdings unser Zimmer sahen, wurde uns klar, dass dieses normalerweise wahrscheinlich nicht vermietet wird. Es stank, hatte Schimmel an den Wänden, kein Fenster und noch dazu tropfte das Waschbecken und so war der ganze Boden im Bad nass. Wir hatten ja keine andere Wahl und so beschlossen wir das beste daraus zu machen. 

Nachdem wir alles aus dem Auto geräumt hatten, gingen wir zum Supermarkt. Die 1,5 Blocks waren schon eine richtige Tortur für mich, da ich mit den Krücken unterwegs war. Wir kauften uns Brot, Avocados und natürlich Bier und Rum und gingen wieder zurück. Christoph machte Guacamole und nach dem Essen setzten wir uns auf die Dachterrasse des Hostels und tranken erst mal ein Glas Rum mit Cola. Da es in Bogotá nur 13°C hatte, machte der Hostelbesitzer für uns ein Feuer auf der Dachterrasse. Wir hörten Musik und unterhielten uns. Später wollten wir dann noch feiern gehen, aber es war so gemütlich auf der Dachterrasse, dass wir einfach nicht weg kamen. Vielleicht war es auch gut so, da Christoph auf einmal verschwand und sich übergeben musste. Seit der Segelfahrt hatte er sich nicht mehr richtig erholt und ihm wurde immer wieder schlecht. 

Am nächsten Tag weckte ich Christoph schon um 9 Uhr früh auf. Zum Glück ging es ihm wieder gut. Wir gingen nochmal einkaufen und kochten Rührei zum Frühstück. Den Tag verbrachten wir dann im Hostel, da es einfach kalt draußen war. Wir diskutierten, schauten uns einen Film an und genossen die letzten Stunden in Kolumbien.

Schlafen stand nicht auf dem Plan, da wir ja schon um 2.15 Uhr nachts zum Flughafen fahren mussten. Die Zeit verging und so brachte Kevin uns zum Flughafen, wo wir dann wie in Trance eincheckten und unsere Koffer abgaben. Ich war keine Sekunde traurig, weil ich es einfach nicht begreifen konnte, dass wir jetzt wirklich heim fliegen. Dass wir in ein paar Stunden wieder in Tirol sein sollten und unsere 7-monatige Reise einfach vorbei ist, wollte ich mir nicht eingestehen. Erst nachdem wir 2 mal umgestiegen waren und im Flugzeug nach Frankfurt waren, fing ich an zu realisieren, dass das alles kein Traum ist. 

Nach insgesamt 29 Stunden Reisezeit gingen wir am Innsbrucker Flughafen durch die Türe und Freunde und Familie erwarteten uns. Für uns war das alles so unrealistisch, dass wir ein paar Minuten brauchten um überhaupt zu sehen wer alles da war. Nach 7 Monaten die Gesichter unserer Freunde und Familie zu sehen war einfach nicht real. Wir fühlten uns immer noch wie in einem Traum. Noch vor wenigen Stunden waren wir gemeinsam mit Kevin in Bogotá und plötzlich waren wir in Innsbruck. Jeder redete deutsch und alle waren plötzlich nicht nur per Skype bei uns sondern wir waren wieder daheim. Um das zu realisieren, brauchen wir mehr als nur ein paar Stunden....

11März
2016

Roadtrip - Villa de Leyva

Am Freitag trafen wir uns um 8 Uhr morgens zum Frühstücken. Da ich am Vortag eine der starken Schmerztabletten zum Schlafen genommen hatte, hatte ich einen ziemlich flauen Magen und nicht richtig Hunger. Außerdem gab es im Restaurant des Hotels nur entweder Fleisch mit Reis oder Rührei zum Frühstück. Nachdem ich mich gezwungen hatte, ein bisschen was von dem Rührei zu essen, fuhren wir los. Im Auto nahm ich dann wieder eine dieser Schmerztabletten, da es meinem Fuß nicht wirklich besser ging. Leider machten mich die Tabletten müde und fertig und so bekam ich wieder nicht viel von der Autofahrt mit.

Highway

Nach 4 Stunden Fahrt diskutierten wir darüber, ob wir bis nach Bogotá durch fahren sollten, oder ob wir noch einmal irgendwo schlafen. Kevin hatte im Reiseführer das kleine Bergdorf Villa de Leyva gefunden. Da dieses Dorf nur eine Fahrstunde vom Highway war, entschieden wir uns dort hin zu fahren. Laut Navi hätten wir um 15 Uhr ankommen sollen. Wir fuhren vom Highway ab und redeten schon darüber, dass wir uns am Nachmittag ein bisschen das Dorf anschauen wollten und am Abend vielleicht noch was kochen.
Nach ein paar hundert Metern kamen wir auf eine Schotterstraße. Die Straße wurde immer schlechter und im Abstand von 2 Metern waren rießige Schlaglöcher. Wir konnten nicht schneller als 30 Km/h fahren und so berechnete das Navi die Zeit immer neu. Plötzlich hieß es, wir kommen erst um 16 Uhr an. Naja auch egal, dachten wir uns. Wir fuhren und fuhren und kamen an kleinen Dörfern vorbei. Irgendwann deuteten zwei Männer auf unsere Stoßstange und wir dachten schon, wir hätten eine Delle reingefahren oder so. Als wir dann ausstiegen um zu schauen, sahen wir, dass das Nummernschild des Autos nur noch an einer Ecke am Auto hang. Zum Glück haben uns die Männer darauf hingewiesen, sonst hätten wir das Nummernschild bestimmt verloren. Wir machten es ab, legten es ins Auto und fuhren weiter. 


Die Zeit auf dem Navi wurde nie weniger und langsam wurden wir ungeduldig. Als wir um 19 Uhr endlich in Villa de Leyva ankamen, waren wir alle genervt und müde. Als es auch noch anfing zu regnen wollten wir nur noch schnell ein Hostel finden. Glücklicherweise fanden wir dann auch bald eines.
Wir checkten ein und trafen uns nach einer, zum Glück lauwarmen, Dusche im Restaurant des Hostels zum Essen. Wieder bekam ich kaum was runter, aber Christoph und Kevin freuten sich über meine Portion. Nach dem Essen waren wir alle so müde, dass wir schon um 21 Uhr ins Bett gingen. Da ich fix und fertig war, beschloss ich die Tabletten nur noch zu nehmen, wenn ich es wirklich nicht mehr aushalte.

 

10März
2016

Roadtrip - Aguachica

Nachdem wir am Donnerstag in der Klinik waren, fuhren wir weiter Richtung Bogotá. Durch die Spritze, welche ich im Krankenhaus bekommen hatte, war ich fix und fertig und schlief die ganze Zeit. Ich fing sogar an im Schlaf zu reden, was die Jungs natürlich sehr lustig fanden und auch haufenweise Videos machten.

Nach circa 6 Stunden Fahrt, um 19 Uhr abends, entschlossen wir uns die Nacht in dem Ort Aguachica zu verbringen. Dieser Ort liegt direkt am Highway und hat rein gar nichts attraktives für Touristen. Wir fanden ein sehr billiges Hotel, in welchem außer uns eigentlich nur LKW Fahrer schliefen. Für 24.000 Pesos (6,90 Euro) bekamen wir ein Doppelzimmer mit Bad. Das Zimmer war auch gar nicht mal so schlecht. 
Da ich mich mit meinen Krücken nur sehr langsam vorwärts bewegen konnte, gingen die Jungs alleine los zum Bier kaufen. Auf den Straßen der Stadt waren lauter Prostituierte und Betrunkene und so kamen die zwei ganz schnell, aber natürlich mit Bier, wieder zurück. Den Abend verbrachten wir dann vor unseren Zimmern und unterhielten uns über die Weiterreise nach Bogotá. Da wir recht früh aufbrechen wollten, gingen wir schon so um 23 Uhr schlafen.

10März
2016

Gedanken während der Autofahrt Richtung Bogotá

Das schwerste an so einer Reise ist meiner Meinung nach das Heimfahren. Über das macht man sich während der Reise auch keine Gedanken. Man hat immer das Gefühl noch ewig Zeit zu haben. Jetzt ist es aber soweit. Wir müssen heim. Die Emotionen dabei kann ich kaum beschrieben. Ich hab das Gefühl meine allerbeste Freundin, die Freiheit, zurück zu lassen. Niemand, der nicht schon mal in derselben Situation war, wird das verstehen. Während der Reise waren wir so frei wie noch nie. Niemand fragt, was man heute macht, wo man morgen hinfährt oder ob man nicht mal wieder dies und jenes tun will. Wir sind aufgestanden wann wir wollten, haben gegessen wann wir wollten und haben uns teilweise erst im Bus entschieden wo wir hinfahren. Ich glaube auch nicht, dass die Daheimgebliebenen wirklich verstehen können, was man so alles macht.

Einige haben vielleicht das Gefühl, dass wir im Urlaub sind und uns den ganzen Tag sonnen und nichts tun. Die richtigen Strandtage können wir allerdings noch zählen und selbst wenn wir einen "Faultag" machten, ist es nicht so, dass wir nur rumgelegen sind. Wir haben unzählige Leute aus genauso vielen Ländern kennengelernt und in einem Hostel ist eigentlich immer was los. Es gibt immer jemanden mit dem man sich unterhaltet. So richtig seine Ruhe zu finden ist gar nicht mal so einfach. Natürlich haben wir uns in keinster Weise übernommen und das alles sehr genossen.

 

08März
2016

Roadtrip - Playa Costeño

Auch am nächsten Tag fuhren wir wieder zum Strand. Abends aßen wir bei einem kleinen Restaurant wieder für 10.000 Pesos (2,80 Euro) eine Suppe und danach Fleisch mit Reis, Kochbananen und Salat. Den Abend verbrachten wir dann wieder mit Gesprächen über Gott und die Welt bevor wir um circa 2.30 Uhr ins Bett gingen. Ich konnte nicht gleich einschlafen und bekam dann auch noch Magenkrämpfe. So lag ich die ganze Nacht wach und musste mich sogar übergeben. Wohl was falsches gegessen. Um 10 Uhr Vormittag konnte ich endlich einschlafen, doch leider mussten wir um 11 Uhr auschecken und so bekam ich nicht allzu viel Schlaf. 

Wir fuhren weiter zum Playa Costeño. Dorter checkten wir in einem Campingplatz ein. Da es mir noch nicht ganz gut ging, entschieden Christoph und ich uns für ein kleines Privathäusschen mit eigenem Bad. Dieser Strand ist auf jeden Fall unter meinen Top 5 Lieblingsorten.

    

Den Tag verbrachten wir am Strand und später legte ich mich ins Bett und schlief bis zum Abendessen. Dann ging es mir endlich besser und so konnten wir den Abend unter Sternen und Palmen am Strand verbringen.

Am nächsten Tag machten wir einen richtigen Faultag. Wir spielten Karten und schliefen ein bisschen. Plötzlich hatte Christoph die Idee, einen Kopfstand zu machen. Da er es ziemlich gut machte, wollte ich natürlich auch. Dabei hatte ich ganz vergessen wie tollpatschig ich bin. Beim ersten Versuch krachte ich mit dem Hintern auf ein kleines Tischchen und beim zweiten Versuch verletzte ich mich am Fuß.

Mein Fuß tat so weh, dass ich wieder eine schlaflose Nacht hatte. Selbst die Schmerztabletten halfen nichts. Da ich wirklich dachte, er wäre gebrochen, fuhren wir am nächsten Tag ins Krankenhaus. Dort wurde geröngt und es stellte sich heraus, dass er nur geprellt ist. Nachdem ich noch eine Spritze und Schmerztabletten bekommen hatte, kauften wir Krücken und fuhren weiter.

 

07März
2016

Roadtrip - Palomino

Die Fahrt nach Palomino dauerte nur 1,5 Stunden. Wir fuhren zwar erst mal ein bisschen zu weit, weil wir nicht wussten wo unser Hostel ist, doch schlussendlich fanden wir es doch. 
Im Hostel "Media Luna" zahlten wir 105.000 Pesos (30,50 Euro) für ein rießen großes Privatzimmer mit eigenem, schönen Bad. Das Hostel war zwar sehr klein und kaum Gäste dort, aber trotzdem fühlten wir uns total wohl. 

Nach dem Check-In gingen wir erst mal in eine kleine Bar. Nachdem wir den ganzen Nachmittag diskutiert und geredet hatten, gingen wir zurück um zu duschen. Danach suchten wir was zu essen und bekamen, wieder für 10.000 Pesos (2,90 Euro), eine Suppe, Fleisch, Kochbananen, Salat, Reis und sogar noch ein Getränk. Danach waren wir vollgefressen und hundemüde. So entschieden wir uns mal früher ins Bett zu gehen und lagen alle drei schon um 21 Uhr im Bett. 

Nach 12 Stunden Schlaf standen wir um 9 Uhr früh voller Energie auf. Den Schlaf hatten wir dringend gebraucht. Da das Hostel für den nächsten Tag ausgebucht war, mussten wir uns nach einem anderen umschauen. Wir wurden sofort fündig und checkten im Hostel "Prima Luna" ein. Hier ist es auch ganz schön. Zwar nicht mehr ganz so luxuriös, aber das brauchen wir ja auch nicht. 

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, fuhren wir am Nachmittag zu einem, etwas weiter entfernten, Strand. Dieser Strand wurde uns von der Besitzerin des ersten Hostels schon empfohlen, da hier der Fluss ins Meer fließt. Anscheinend ist Palomino berühmt für diesen Strand. Es war auch wirklich schön dort, aber um uns so richtig zu beeindrucken, braucht es schon etwas mehr. Trotzdem genossen wir die paar Stunden, die wir unter einem schattenspendenden Baum verbrachten. Schwimmen war auf Grund der Strömung leider nicht möglich. Ich hatte mir gleich wieder einen Straßenhund angelacht, welcher uns auch nicht mehr von der Seite wich.

Strand Palomino Strand Palomino Fluss welcher ins Meer fließt

Später fuhren wir zurück ins Hostel und aßen dort Pizza. Die Besitzer des Hostels sind Italiener und so dachten wir, könnte die Pizza gut sein. Das war sie auch. Zwar kein italienischer Standart, aber trotzdem lecker.
Nach der Pizza gönnten wir uns eine kalte Dusche, bevor wir wieder bis in die frühen Morgenstunden zusammen saßen und redeten.

07März
2016

Roadtrip - Santa Marta

Am nächsten Tag brachen wir schon um 6.00 Uhr früh auf Richtung Santa Marta. Da ich nicht wirklich ein Morgenmensch bin, war ich froh, dass die Jungs vorne saßen. So konnte ich mich auf der Rückbank ausbreiten und noch ein bisschen weiter schlafen. 
Um 11.00 Uhr überkam uns alle der Hunger und so stoppten wir bei einem kleinen Restaurant um zu "frühstücken". Fleisch, Yuca, Reis und Salat ist zwar nicht wirklich ein Frühstück, aber das war alles was wir finden konnten.

  unser Auto Restaurant Frühstück

Nach der kurzen Pause fuhren wir weiter. Eine Stunde später redeten wir plötzlich alle von einem McFlurry Eis von McDonald´s. Wir redeten es uns so ein, dass wir uns ausmachten beim nächsten McDonalds den wir sehen zu stoppen. Wir fuhren und fuhren und als es schon 16.30 Uhr war, kamen wir bei der Stadt Barranquilla vorbei. Dort würde es bestimmt einen McDonald´s geben, dachten wir uns und so wollten wir nur "kurz mal" in die Stadt rein fahren. Was wir nicht wussten ist, dass Barranquilla eine Großstadt ist und hier rund 1,2 Millionen Menschen wohnen. So wurde aus dem "kurz mal rein fahren" ein Umweg von 2 Stunden. Umso mehr genossen wir unser hart verdientes McFlurry Eis und aßen dann auch noch gleich einen Burger, da wir schon ahnten, dass wir relativ spät in Santa Marta ankommen würden.

Straße in Barranquilla
Mit vollgeschlagenen Bauch fuhren wir weiter. Inzwischen war es auch schon dunkel geworden. Als wir um 21.30 Uhr in Santa Marta ankamen, waren wir ziemlich erschöpft. Wir hüpften kurz unter die Dusche und belohnten uns dann mit einem Bier auf der Hostelterrasse.

Am nächsten Tag schliefen wir bis 9 Uhr aus und trafen uns dann zum Frühstück. Danach packten wir unsere Rucksäcke und weiter ging´s - Richtung Palomino.

07März
2016

Roadtrip - Turbo

Allein der Weg bis nach Turbo war ein Abenteuer. Zuerst fuhren wir durch sehr trockene Gegenden und später fanden wir uns auf einer Straße umgeben von Dschungel wieder. Hier war es dann auch das erste mal, dass ich mich nicht mehr so wohl fühlte. Immer wieder sahen wir Soldaten mit ihren Gewehren und teilweise waren wir in der Mitte vom Nirgendwo - ohne Häuser, ohne Menschen, ohne Autos - nur wir drei auf der Straße. 

Weg nach Turbo Weg nach Turbo Weg nach Turbo Weg nach Turbo

Glücklicherweise kamen wir es nach circa 8 Stunden Fahrt in Turbo an. Turbo ist eine Hafenstadt und nicht wirklich einen Besuch wert. Hostels gibt es hier auch keine und so suchten wir uns wieder ein Hotel. Hier bezahlten wir wieder 50.000 Pesos (14,50 Euro) für ein Privatzimmer mit Bad. Dieses Hotel war zwar nicht so schön wie das in Santa Fe, aber für eine Nacht allemal ausreichend. 

Wir spazierten ein bisschen durch die Straßen und suchten was zu Essen. In einem kleinen Restaurant aßen wir Fleisch, Kochbananen, Salat und Reis für 10.000 Pesos (2,90 Euro). Das schmeckte uns so gut, dass wir sogar eine zweite Runde bestellten. 

Straße in Turbo Straße in Turbo Straße in Turbo Straße in Turbo

Nach dem Essen gings zurück ins Hotel, da man abends in dieser Stadt nicht wirklich herumlaufen sollte. Wir setzten uns auf den kleinen Balkon des Hotels und tranken noch 2 Bier bevor wir erschöpft ins Bett fielen.

07März
2016

Roadtrip - Santa Fe

Wir fuhren circa 5 Stunden, bis wir in Santa Fe ankamen. Als wir vom Auto ausstiegen, traf uns fast ein Hitzeschlag. Es hatte circa 40°C und wir hätten nie gedacht, dass es hier so warm sein würde. Wir suchten uns ein Hotel, da es in dieser kleinen Kolonialstadt keine Hostels gibt. Bald wurden wir fündig und zahlten im "Hotel Plaza" für ein Privatzimmer mit eigenem Bad 50.000 Pesos (14,50 Euro). Das Zimmer war total nett eingerichtet und wir fühlten uns sofort wohl. 
Nach dem Check-In machten wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Wir verliebten uns alle drei in dieses Städtchen.

Straße in Santa Fe Straße in Santa Fe Plaza Santa Fe

Später aßen wir im Hotel für 10.000 (2,90 Euro) eine Suppe, Fleisch, Reis, Kartoffeln und Salat. Ein super Preis für ein wirklich leckeres Essen.
Danach setzten wir uns in den Außenbereich vor unseren Zimmern und redeten bis in die frühen Morgenstunden.
Am nächsten Tag trafen wir uns schon um 8.30 Uhr zum Frühstück. Natürlich waren wir alle ein bisschen müde, aber da wir es an diesem Tag bis zur Hafenstadt Turbo schaffen wollten, war Ausschlafen keine Option und so machten wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg.

07März
2016

Roadtrip - Guatapé

Letzten Dienstag haben wir uns ein Mietauto ausgeliehen. Dafür zahlen wir pro Person circa 10 Euro am Tag. 

Unser erstes Ziel war Guatapé. Ein Dorf, welches 2 Stunden von Medellin entfernt ist. 

In Guatapé war es wieder viel kälter und ohne lange Kleidung nicht auszuhalten. So kochten wir uns am Abend einen rießigen Topf Gemüsesuppe um uns zu wärmen. Leider war die Dusche in dem Hostel so kalt, dass ich mir nicht mal die Haare waschen konnte. Trotzdem verbrachten wir später einen netten Abend in unserem Zimmer, spielten Karten, hörten Musik und redeten über Gott und die Welt. 

Am nächsten Tag fuhren wir zum "La piedra" - der Stein. Dort gingen wir über 700 Stufen hoch um einen tollen Ausblick über Guatapé zu haben.

La piedra Ausblick über Guatapé Ausblick über Guatapé

Nachdem wir die Aussicht genossen und ein paar Fotos gemacht hatten gingen wir wieder hinunter. Die Stufen waren ziemlich eng und so musste man sich schon ein bisschen konzentrieren um nicht hinunter zu fallen.


Zurück beim Auto wussten wir immer noch nicht wo wir hinfahren sollten. Wir wollten irgendwo hin, wo es wieder wärmer ist und so entschieden wir uns Richtung Karibikküste zu fahren. Unser nächster Zwischenstop war Santa Fe.

28Februar
2016

Führungen und Nachtleben in Medellín

Wir sind immer noch in Medellín und mittlerweile total in diese Stadt verliebt.

Am Mittwoch hatten wir eine gratis Stadtführung gebucht. Um 8.40 Uhr wurden wir von unserer Reiseführerin Caro im Hostel abgeholt. Gemeinsam mit einer Gruppe von über 20 Leuten fuhren wir ins Zentrum. 
Dort stellte sich Caro vor und erzählte uns einiges über Kolumbien, Medellín, die Kultur und den Krieg. Ja, in Medellín herrschten, bis vor circa 10 Jahren, kriegsähnliche Zustände. Caro sprach sogar davon, dass der Krieg noch nicht vorbei sei. Auslöser dafür war der Drogenhandel und Pablo Escobar, ein Drogenhändler.
Die Tour war total interessant und wahrscheinlich die beste, auf der ich je war. Caro war sehr bemüht und erklärte uns, dass wir Touristen sehr wichtig für die weitere Entwicklung des Landes seien. Auch wenn bis vor kurzem noch Bomben in der Stadt fielen und sie in dieser Zeit aufgewachsen ist, war sie voller Lebensfreude.

unsere Gruppe bei der Stadtführung  Statue, welche durch eine Bombe zerstört wurde

Am Ende der 4-stündigen Tour waren wir fix und fertig, aber glücklich. Wir gaben ihr Trinkgeld und fuhren zurück in unser Hostel.
Dort schauten wir uns einen Film an, bei dem wir alle drei (fast) einschliefen und dann beschlossen wir uns ein bisschen hin zulegen und zu schlafen. Wir waren alle drei immer noch ziemlich erkältet und einfach nicht ganz fit.
Am Abend trafen wir uns ein bisschen ausgeruhter wieder und gingen in eine kleine Pizzeria essen. Leider war die Pizza total teuer (17.000 Pesos - 4,70 Euro -> um dieses Geld bekommt man hier normalerweise ein 2-Gänge Menü für zwei Personen) und alles andere als lecker. 
Nach dem Essen gingen wir ins "Happy Buddah Hostel", da dort ein Pub-Crawl stattfinden sollte.
Bei einem Pub-Crawl zieht man mit einem Guide und einer Gruppe von Leuten um die Häuser und geht in verschiedene Bars. Dort bekommt man dann meistens dann auch ein, zwei Freigetränke.
Da wir unbedingt wissen wollten, was das Nachtleben hier zu bieten hat, haben wir uns schon vor Tagen dafür angemeldet. Im "Happy Buddah Hostel" gab es erst mal ein Freibier und einen Shot für alle. Später gingen wir in zwei weitere Bars und endeten in einer kleinen Disco. Auch wenn das Pub-Crawl nicht gut organisiert war, war es total lustig und wir hatten unseren Spaß.

Am nächsten Tag machten wir dann einen Faultag mit einigen Kartenspielen. Glücklicherweise ging es uns ab diesen Tag auch ein bisschen besser und wir brauchten nur noch 2 statt 5 Packungen Taschentücher am Tag.

Am Freitag hatten wir uns für die "Pablo Escobar Tour" angemeldet. Ich hatte diesen Namen vorher nur ein, zwei mal gehört und wusste nicht mal, dass Pablo Escobar aus Kolumbien ist. Seit wir hier sind hören wir ständig von ihm und wollten durch die Tour mehr erfahren.

Pablo Escobar ist bekannt als einer der mächtigsten und brutalsten Drogenhändler, die es je gegeben hat. Er war der siebtreichste Mann der Welt und kontrollierte 80% des internationalen Kokainhandels. Im Wiederstand gegen die kolumbianische Regierung führte er einen Krieg gegen den Staat. Hunderte Unschuldige starben durch Bombenangriffe. 1993 wurde er schließlich erschossen. 
Für diejenigen, die dieses Thema interessiert: https://de.wikipedia.org/wiki/Pablo_Escobar

Um 9.15 Uhr wurden wir von einem Minivan im Hostel abgeholt. Nachdem wir alle Teilnehmer der Tour eingesammelt hatten, ging es los. Wir fuhren zu Häusern, welche er bauen ließ, zu dem Haus auf wessen Dach er erschossen wurde und auch zu seinem Grab. Paula, unsere Reiseführerin, erklärte uns schon in den ersten 10 Minuten, dass in Kolumbien nur Korruption regiert und alles hier schlecht sei. Sie ließ uns auch spüren, dass sie kein Fan von Touristen ist. Die gesamte Tour redete sie schlecht über Kolumbien und den Staat und sagte Dinge wie "Die Polizei tötet unschuldige Menschen. Na, fühlt ihr euch alle sicher hier?". Über Pablo Escobar haben wir nicht viel mehr erfahren, als wir vorher schon wussten. Sie gab uns allen das Gefühl, dass wir besser nicht mehr nach Kolumbien reisen sollten. Diese Tour hätten wir uns zwar sparen können, aber so hatten wir wenigstens ein Diskussionsthema für den restlichen Tag - Paula.

auf diesem Dach wurde Pablo Escobar erschossen Grab von Pablo Escobar Familiengrab von Pablo Esobar Bilder von seiner Erschießung

Den Nachmittag verbrachten wir dann auf der Terrasse des Hostels und am Abend gingen wir in eine Bar. 

Gestern statteten wir einen Tattoostudio einen Besuch ab und am Abend wollten wir nochmal ausgehen.

Wir fuhren mit dem Taxi zum Plaza, wo hunderte Einheimische saßen, tranken und Spaß hatten. Dann kam auch noch ein Magier, welcher von allen gefeiert wurde. Nachdem wir uns das Treiben eine Weile angeschaut hatten, zogen wir weiter. Auf den Straßen waren unzählige Menschen und eine Bar nach der anderen. Sowas haben wir noch nie gesehen. Wir wussten gar nicht wo wir hin sollten, da überall was los war. So zogen wir einfach durch ein paar Bars und Diskos. In den meisten Bars wurde nur Salsa gespielt. Am Schluss waren wir noch in einer Technodisko. Es war total interessant zu sehen, wie die Einheimischen hier feiern.

Für heute haben wir uns nicht viel vorgenommen. Das einzige was wir machen müssen, ist unser nächstes Ziel zu planen. Irgendwann müssen wir ja weiterreisen und diese tolle Stadt hinter uns lassen.

23Februar
2016

Medellín

Den Samstag verbrachten wir gemütlich im Hostel. Nach dem Frühstück fuhren Christoph und ich zuerst in die Mall um Geld abzuheben und danach zum Busterminal um Tickets für den Nachtbus nach Medellín zu kaufen.

Um 18 Uhr machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg zum Terminal. Dort angekommen machten wir uns erstmal auf die Suche nach Essen für den Bus. Wir gingen durch die Halle und wurden auch bald fündig. Für nur 6000 Pesos (1,64 Euro) bekamen wir Reis mit Fleisch, Salat, Kochbananen und Yuca.

 

Zufrieden mit unserer Beute gingen wir zum Bus. In der Halle des Terminals waren viele Straßenhunde, welche teilweise sehr verwahrlost ausschauten. An den Anblick leidender Hunde werde ich mich wohl nie gewöhnen.

Um kurz vor 19 Uhr stiegen wir ein. Die Sitze waren breit und die Rückenlehne verstellbar. Außerdem gab es eine Klimaanlage, Internet und sogar eine eigene Steckdose für jeden. Totaler Luxus für 100.000 Pesos (27,32 Euro) pro Person.

  Luxusbus

Auch wenn die Sitze bequem waren, kann man darauf nicht wirklich erholsam schlafen. Schlimmer als das war allerdings die Klimaanlage, welche auf "Antarktis" eingestellt war. Wir wickelten uns in unsere Strandtücher und brachten wegen der Kälte kaum ein Auge zu. Kurzzeitig hab ich mir sogar überlegt auszusteigen und mit einem anderen Bus zu fahren.
Nach ingesamt 17 Stunden Fahrt kamen wir um 12 Uhr Mittag endlich in Medellín an. Durch die Klimaanlage hatten wir uns alle drei erkältet und nießten nur so um die Wette.
Das Wetter in Medellín ist, im Vergleich zu Santa Marta, sehr kalt. Tagsüber kann es zwar bis zu 30°C haben, aber abends kühlt es auf unter 20°C ab.
Glücklicherweise hatten wir schon ein Hostel gebucht. Wir waren alle drei fix und fertig und wollten nur noch dort hin. So stiegen wir in ein Taxi und erklärten dem Fahrer, er solle uns ins "Buddah Hostel" bringen. Nach einer halben Stunde Fahrt kamen wir an. Erleichtert gingen wir zur Rezeption und hofften, der Check-In würde nicht zu lange dauern. Das tat er auch nicht, da uns der Rezeptionist erklärte, dass wir in einem anderen "Buddah Hostel" reserviert hatten und hier das "Happy Buddah Hostel" sei. Na toll, also nochmal mit einem Taxi eine weitere halbe Stunde zum richtigen Hostel. Dort bezahlten wir 75.000 Pesos (20,50 Euro) für ein recht schönes Privatzimmer mit geteiltem Bad. Trotzdem merkten wir gleich, dass wir uns in diesem Hostel nicht ganz wohl fühlten. Die anderen Gäste waren sehr verschlossen und so gar nicht, wie man es in einem Hostel gewohnt ist. 
Nach dem Check-In wollten wir uns was zu Essen suchen. Leider waren wir in einem etwas reicherem Stadtteil und so gab es nirgends Straßenessen, sondern nur Restaurants. Da wir nicht zu viel Geld ausgeben wollten, blieb uns nichts anderes übrig, als zum McDonald´s zu gehen. Zuerst streubten wir uns alle dagegen, doch als unser BigMac Menü vor uns stand, schlangen wir es nur so runter.

  das erste mal McDonald´s nach über 6 Monaten

Als wir uns auf den Rückweg ins Hostel machten, fing es an zu regnen. Es war richtig kalt und wir wollten unter die Dusche und uns danach gemütlich einen Film anschauen. Die Dusche war aber leider so kalt, dass sogar meine Kopfhaut weh tat, als ich mir die Haare waschen wollte. Dafür waren wir alle nach der Dusche relativ fit. Danach schauten wir Dokumentationen über Drogenhandel in Kolumbien und Bandenkriege in El Salvador an. Gegen Mitternacht fielen wir erschöpft ins Bett.

Am nächsten Tag zogen wir in ein anderes Hostel um. Im "Black Sheep" Hostel zahlen wir 110.000 Pesos (30,05 Euro) für ein total schönes Zimmer mit privatem Bad. Das Zimmer hat fast schon Hotelstandart. Ich glaube fast, dass der Standart der Hostels in Kolumbien einfach besser ist. Wir wollten uns zwar billigere Hostels suchen, doch wir fanden nicht wirklich was. So genießen wir den Luxus jetzt einfach. 

Nach dem wir unsere Zimmer bezogen hatten, tranken wir natürlich erst mal ein Bier, bevor mit der Bahn ins Zentrum fuhren. Schon auf dem Weg zur Bahn mussten wir uns durch die Menschenmassen drängen.

Menschenmassen eingequetscht in der Bahn
Medellín hat circa 3 Millionen Einwohner. Die Stadt ist rießig und eigentlich mag ich es gar nicht, wenn überall so viele Leute sind. Ich bin lieber an einem kleinen Strandort, wo man gemütlich durch die Straßen schlendern kann. Trotzdem hat diese Stadt einen gewissen Charme und wir fühlen uns wohl hier.

Wir gingen durch die Straßen und probierten verschiedenes Straßenessen.

 Essen für 0,15 Euro Straßenstände 

Danach fuhren wir mit dem Taxi zum Aussichtspunkt "Cerro Nutibara". Dort hatten wir eine tolle Aussicht auf die Stadt.

 Medellín

Nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten, spazierten wir circa eine halbe Stunde hinunter zur Metro Station. Wir fuhren zurück ins Hostel und trafen dort zwei Holländer, mit denen wir am Segelboot waren. Wir tranken noch ein paar Bier und ließen den Abend auf der Dachterrasse des Hostels ausklingen.

Heute holten wir uns bei einer nahegelegenen Bäckerei unser Frühstück und machten uns später auf den Weg zu einer Gondel, welche über die Armenviertel Medellíns fährt.

Gondel über den Armenviertelnüber den Armenvierteln

An der Endstation stiegen wir aus. Dort spazierten wir ein bisschen durch etwas reichere Plattenbau Wohngebiete, bevor wir wieder runter fuhren und direkt bei den Armenvierteln ausstiegen um uns umzuschauen. Wir waren die einzigen Touristen und wurden von allen angestarrt.

Plattenbau Plattenbau
Wir stiegen die Stufen zwischen den verfallenen Häusern hinauf und schauten uns ein bisschen um. Plötzlich wurde mir unwohl, da uns ein paar Einheimische aus den Häusern heraus beobachteten und uns alles andere als nett anschauten. Glücklicherweise konnte ich die Jungs gleich davon überzeugen umzudrehen.

Wir gingen wieder hinunter und tranken bei einer kleinen Bar noch ein Bier, bevor wir wieder zurück ins Hostel fuhren.

Wir sind alle drei ziemlich angeschlagen und recht froh, dass wir wieder zurück sind. Kevin ist gerade nochmal zum Supermarkt gegangen, da er heute für uns kochen möchte. Später gehen wir dann entweder nochmal in eine Bar, oder wir schauen uns einen Film an. Morgen um 9 Uhr haben wir eine 4-stündige gratis Stadtführung gebucht. Dafür wollen wir fit sein.

19Februar
2016

ein weiterer Tag in Santa Marta

Da wir ja im Hostel "The Dreamer" für 19.2. reserviert hatten, mussten wir heute zurück kommen. Wir entschießen uns dazu, einen Faultag zu machen und unsere Weiterreise zu planen. 

Das Hostel ist total schön und unser Privatzimmer hat schon fast den Standart eines Hotels. Dafür sind hier auch nur Touristen. Wir fühlen uns hier irgendwie nicht so wohl. Es ist alles ein bisschen zu schick. Bei unserem nächsten Ziel werden wir wieder ein billigeres Hostel aussuchen. 

Wir saßen den halben Tag vorm Pool mit Bier und Karten und jetzt gehen wir gleich einkaufen, weil sich die Jungs wieder mal Spaghetti Carbonara wünschen. 

Nach dem Essen werde ich mir mal den Reiseführer zur Hand nehmen. Christoph und Kevin haben beschlossen, dass ich unser nächstes Ziel planen soll. Ich bin schon gespannt wo wir morgen hin fahren.

19Februar
2016

Parque Nacional Natural Tayrona

Am Mittwoch um 8 Uhr früh machten wir uns auf den Weg ins Zentrum von Santa Marta. Dort gaben wir unsere großen Rucksäcke im Hostel "The Dreamer" ab und reisten mit unseren Tagesrucksäcken in den Nationalpark Tayrona. 

Der Nationalpark ist circa eine Stunde Busfahrt von Santa Marta entfernt. Bei der Ankunft mussten wir erstmal an einem Informationsgespräch teilnehmen. Dort wurde uns gesagt, dass man nachts nicht rum gehen sollte, da es hier viele giftige Schlangen und Spinnen gibt. Danach konnten wir unsere Eintrittskarten für 42.000 Pesos (11,25 Euro) kaufen. Nachdem unsere Rucksäcke gründlich auf Drogen oder Alkohol kontrolliert wurden, durften wir hinein. 
Die ersten paar Kilometer ließen wir uns mit einem Minibus chauffieren. Danach fingen wir an zu wandern. Gleich nach 10 Minuten durften wir einer Schlange zuschauen, welche gerade eine Echse erwürgte und dann aß. Christoph wollte die Echse retten, aber das ist halt die Natur. 


Nachdem wir sie eine Weile beobachtet hatten, kamen zwei Wärter und fingen an, die Schlange zu provozieren bis sie die Echse fallen ließ. Wir fanden das gar nicht in Ordnung und ich freute mich schon ein bisschen, als die Schlange die Zwei angriff. Bevor etwas passieren konnte, ließen sie von der Schlange ab und wir gingen weiter. 

 

Nur ein paar Meter weiter hüpfte ein Affe über uns in den Bäumen hin und her. Ich hätte gerne ein Foto gemacht, doch die Jungs redeten immer noch von der Schlange und interessierten sich nicht wirklich für den Affen. Der Weg war wirklich schön und immer wieder sahen wir schöne Strände.

Wir wanderten einen Weg entlang und nach einer Stunde kamen wir zu einem Campingplatz. Leider bemerkten wir erst zu spät, dass es hier mehrer Campingplätze gibt. Wir steuerten auf den ersten und teuersten zu und Christoph und ich reservierten uns gleich ein Zelt für 58.000 Pesos (15,55 Euro), während Kevin sich einen Platz für seine Hängematte reservierte. Leider hatten wir im Zelt nur eine Matraze, aber weder ein Leintuch noch einen Polster. 

Nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten, gingen wir weiter und kamen zu zwei ganz schönen Stränden. Ich glaube wir sind mittlerweile ein bisschen verwöhnt und so hauten uns die Strände nicht wirklich um. Sie waren zwar schön, aber nichts besonderes.
Nach einer Weile gingen wir wieder zurück und nach einer Dusche gingen wir essen. Leider ist im Nationalpark alles sehr teuer und das Essen war auch nicht wirklich gut. Noch immer hungrig gingen wir zurück und setzten uns ins Zelt zum Karten spielen. 
Später versuchten wir irgendwie die Matraze mit unseren Strandtüchern zu überziehen und gingen schlafen.

Am nächsten Morgen gingen wir nach einem kleinen Frühstück wieder Richtung Ausgang.

Auch wenn der Park wirklich schön ist, ist es einfach nicht ganz meine Welt. Mitten in der Natur übernachten wo man nachts nicht rumlaufen soll wegen den Tieren ist dann doch nichts für mich. Kevin hat sich ganz wohl gefühlt, doch trotzdem haben wir uns entschlossen wieder raus zu gehen und Christophs Geburtstag in Santa Marta zu verbringen.

Da wir in dem Hostel, in welchen wir die Rucksäcke deponiert hatten, die Nacht von 19. auf 20. reservieren mussten (sonst hätten wir für die Rucksäcke gezahlt und wir dachten zuerst, dass wir zwei Nächte im Park verbringen) und für 18. keine Reservierung hatten, mussten wir erst mal ein Hostel suchen. Zum Glück fanden wir gleich "El Hostal de Jackie" in welchen wir für 30.000 Pesos (8 Euro) pro Person ein Bett im Vierer-Schlafsaal bekamen.

Wir tranken ein paar Bier auf Christophs Geburtstag und später kochten wir leckere Quesadillas. 

17Februar
2016

Santa Marta

Da wir am Sonntag doch länger saßen, verschliefen wir am Montag und fuhren um 11 statt um 9 Uhr los Richtung Santa Marta. 

 

Zuerst mussten wir mit dem Bus circa eine Stunde zum Terminal der Stadt fahren, bevor wir mit einem anderen direkt weiter nach Santa Marta fahren konnten. Am Weg zum Terminal sahen wir das andere Cartagena. Verfallene Häuser, Müll, Armut. Die Leute im Bus starrten uns an. Hier kommen die Touristen wahrscheinlich eher nicht her. 
Beim Terminal angekommen fanden wir gleich den richtigen Bus, welcher uns in 4 Stunden an unser Ziel bringen sollte. Die Fahrt dauerte dann natürlich doch länger, aber das sind wir eh schon gewohnt. Wir fuhren bei armen Gegenden vorbei und teilweise hofften wir, dass der Bus hier nicht halten würde. 

(Leider ist es nicht so einfach Fotos aus einem wackelndem Bus heraus zu machen)

Als wir endlich ankamen, fuhren wir mit dem Taxi ins Hostel. Allerdings wussten wir nicht, dass das Hostel, welches wir reserviert hatten, außerhalb der Stadt liegt und so suchten wir erst ewig bevor wir uns mal die Wegbeschreibung im Email durchlaßen. So mussten wir noch eine gute halbe Stunde weiterfahren und waren wirklich erleichtert, als wir ankamen.

Das "Hostel Calle 11" war eine Villa eines Drogenkartells und wurde vor 10 Jahren von der Polizei gestürmt. Danach wurde die Villa verkauft und zu einem Hostel umgebaut. Wenn die Wände hier doch bloß reden könnten.... 

Da es schon abends war, machten wir uns gleich mal auf die Suche nach Essen. Der Weg führte uns zur Strandpromenade, an welcher lauter Straßenstände standen. Am Strand selbst waren mehrere Gruppen von Leuten, welche im Kreis saßen und tanzten, sangen oder einfach nur lachten. Die scheinbare Lebensfreude der Einheimischen beeindruckte uns. Alle hatten Spaß und in einem Kreis wurde Salsa getanzt, während in einem anderen abwechselnd gerapped wurde. 

Nachdem wir uns mit Spieß und Pizza den Bauch vollgeschlagen hatten, gingen wir zurück zum Hostel. Dort saßen wir dann noch eine Weile im Freien, bevor wir schlafen gingen.

Heute machten wir nicht viel. Wir schauten uns eine kleine Einkaufsmall an und aßen ekliges chinesisches Essen. Wann lernen wir eigentlich, dass diese Fast Food Stände nicht lecker sind?

Kevin ist gerade noch im Kino und Christoph und ich gehen bald schlafen, da morgen unsere Reise weitergeht und wir schon um 8 Uhr los müssen.

17Februar
2016

Cartagena

Wir haben das gesamte Wochenende in Cartagena verbracht. Am Samstag verbrachten wir den ganzen Tag im Hostel und gingen nur einmal kurz raus, aber das auch nur, weil wir von unserem Hunger gezwungen wurden. Abends trafen wir dafür wieder Leute vom Boot und gingen noch in eine Bar. Später standen wir einfach auf der Straße und schauten uns das Treiben an. Unzählige Leute standen herum, tranken Bier und lachten. Wir beobachteten auch ein paar Einheimische, welche Drogen verkauften. Etwas später kamen auf einmal ein paar Polizisten und führten ein paar von ihnen ab. Langweilig wurde uns beim Beobachten der Leute auf jeden Fall nicht.

Erst am Sonntag konnten wir uns aufraffen etwas zu tun und gingen zu einer gratis Stadttour. Übers Internet kann man sich für spanische oder englische Touren anmelden und die Reiseführer verdienen ausschließlich Trinkgeld. Eigentlich eine gute Sache. Wenn es uns nicht gefällt, dachten wir, dann gehen wir einfach.
Als wir um 15 Uhr zum Treffpunkt gingen, trafen wir unsere Reiseführerin. Sie fing auch gleich an über Cartagena zu erzählen. Schon nach den ersten 10 Minuten war mir klar, dass wir uns aus den Staub machen sollten, weil es ziemlich langweilig war. Außerdem war ihr englisch auch nicht so gut und es war sehr anstrengend ihr zu folgen. Nervös schaute ich immer wieder abwechselnd zu Christoph und Kevin, da ich nicht unnötig meine Zeit verschwenden wollte. Zum Glück waren die Beiden meiner Meinung und wir machten einen Plan, wie wir verschwinden könnten. Ich wollte einfach gehen, aber die Jungs meinten, das wäre zu auffällig. So warteten wir einfach bis die Gruppe weiterging und als gerade niemand her schaute, liefen wir schnell hinter die nächste Ecke. Wir mussten alle lachen, da wir uns aufführten, als wäre das eine Pflichtveranstaltung und nicht erlaubt einfach zu gehen.

Da wir aber schon mal in der Altstadt Cartagenas waren, beschlossen wir, uns einfach selbst ein Bild der Stadt zu machen. Als erstes hielten wir bei einem Straßenstand und probierten ein typisches kolumbianisches Essen - Arepas. Die waren aber auch wirklich lecker.

  Schiff im Hafen von Cartagena Blick auf die Altstadt Altstadt Blick auf die Kirche Straße in Cartagena Bus in Cartagena

Danach schlenderten wir einfach durch die Straßen. Auf dem Rückweg zum Hostel, tranken wir dann noch einen frischen Fruchtsaft.

Im Hostel angekommen, diskutierten wir über unseren ersten Eindruck von Kolumbien. Wir alle fanden Cartagena zwar recht schön, aber doch zu touristisch. Man muss sich nicht anstrengen, um ein gutes Restaurant oder eine Boutique zu finden und auf den Straßen begegnet man fast schon mehr Touristen als Einheimischen. Trotzdem hat die Stadt einen gewissen Charme und vor allem die Altstadt ist wirklich schön anzuschauen.

Später gingen wir nochmal los um Geld abzuheben. Kaum wurde es dämmrig, waren wir topfit. So tranken wir dann wieder mit zwei Leuten vom Boot ein paar Bier und hatten einen echt lustigen Abend. 

 

13Februar
2016

Urlaub von der Reise - Paradies und Hölle

Bevor wir am Montag um 5.30 Uhr von einem Pick-Up im Hostel abgeholt wurden, fühlten wir uns alle drei, als würden wir in den Urlaub fahren.
Das Aufstehen fiel mir durch die Nervosität und Vorfreude ziemlich leicht. Die Fahrt mit dem Pick-Up dauerte 3 Stunden. Wir fuhren über das Hochland, wo es auf einmal regnete und unsere Rucksäcke, welche auf dem Dach waren, nass wurden. Dort trafen wir den Besitzer des Katamarans. Er erklärte uns, dass der Wind ziemlich stark sei und wir eine total wilde Überfahrt vor uns hätten. Hier wurde mir das erste mal mulmig.
Als wir endlich beim Hafen ankamen, mussten wir nochmal circa eine Stunde warten, bis uns ein kleines Boot zum Katamaran brachte. Insgesamt waren es 3 kleine Boote mit 18 Passagieren für den Katamaran. Christoph und ich saßen gemeinsam mit einem Neuseeländer in einem Boot, welches noch andere Leute ablieferte und somit waren wir 2 Stunden unterwegs, bis wir endlich beim Katamaran ankamen. Die Fahrt war sehr nass, da die Wellen recht groß waren. Oma hat mir zwei Regenponchos mitgegeben, welche wir nun endlich brauchten. Das Wasser spritzte uns von oben bis unten nass und wir waren trotz Ponchos durchnässt.

Angekommen auf dem Katamaran lernten wir die Crew kennen, welche aus dem Kapitän, einer Köchin, einem Gehilfen und einem 4-Wochen alten Pitbull Welpen namens Pachango, welcher das erste mal auf einem Segelboot war, bestand. Ich fand es nicht richtig, so einen kleinen Hund mit zum Segeln zu nehmen. Es waren zu viele Leute dort welche ihn ständig angreiften und er hatte keinen Rückzugsort. Außerdem war er mit 4 Wochen sowieso noch viel zu klein um von seiner Mutter getrennt zu sein.

unser KatamaranPachango

Wir bezogen unsere dreier-Kabine, in welcher wir ein großes Bett für uns drei hatten und ansonsten nicht viel Platz. Da wir ja nur hier schlafen mussten, störte uns das auch nicht weiter. Wir gingen an Deck, unterhielten uns mit den anderen und tranken erst mal ein Bier. Nachdem alle Rucksäcke verstaut waren und jeder ein Bett gefunden hatte, segelten wir los. Wir segelten nur circa eine halbe Stunde zu einer der Inseln von San Blas. 

 

Laut einem Mythos gibt es 365 Inseln auf San Blas - eine für jeden Tag im Jahr. In Wirklichkeit sind es wahrscheinlich mehr. Aber ab wann spricht man von einer Insel? Es gibt welche, auf denen nur eine Palme steht und die so klein sind, dass man zu zweit gar keinen Platz drauf hat. Andere sind sogar bewohnt. 

Wir fuhren zu einer, auf der es vier Häuser gab und man in 2 Minuten die komplette Insel ablaufen konnte. Der Anker wurde gelegt und wir sprangen ins Wasser und genossen die pure Karibik. Es fühlte sich wirklich so an, als wären wir im Paradies. Das Wasser schimmerte in unzähligen blau- und türkis Tönen und die Sonne beleuchtete die Palmen auf der Insel. Am Abend fuhren wir dann mit dem kleinen Boot des Katamarans auf die Insel um dort zu essen. Die Crew machte Hamburger über einem Lagerfeuer. Wir erkundeten die Insel und unterhielten uns lange darüber, wie die Leute hier leben - völlig abgeschieden von der Außenwelt. Die Einheimischen waren total freundlich und verkauften Bier und Wein. Später fuhren wir wieder zurück aufs Boot für unsere erste Nacht am Meer. 
Kevin entschloss sich dazu, die Nacht am Deck zu verbringen und so hatten Christoph und ich ein bisschen mehr Platz in der Kabine. Durch das leichte Schaukeln schlief ich schnell ein. 

Am nächsten Tag wachten wir schon um 7 Uhr auf, da es ziemlich laut war und die anderen alle schon wach waren. Es gab dann auch schon bald Frühstück, welches aus Eiern, Kaffee und Toastbrot mit Marmeladen und NUTELLA bestand. Als ich das Nutella sah, war meine Laune auf dem Höhepunkt. Gleich nach dem Frühstück segelten wir wieder weiter zu einer anderen Insel. Auch hier hatten wir genug Zeit um den Ausblick und das wunderbare Wasser zu genießen. Ich half mit, das Gemüse für das Mittagessen zu schneiden und danach kühlte ich mich ab und sprang von der Reling des Katamarans. Nach dem Mittagessen segelten wir schon wieder zur nächsten Insel. Diesmal segelten wir länger und über größere Wellen. Wir setzten uns auf den vorderen Bereich des Bootes und genossen den traumhaften Ausblick. Vorne war auch ein großer Lautsprecher aufgestellt welcher laute Musik spielte. Ich genoß jede Sekunde des Segelns. Die Wellen waren ein bisschen größer und der Katamaran schaukelte ziemlich. Durch die Musik und den Ausblick auf viele wunderschöne Inseln wollte ich, dass dieser Moment nie endet.


Als der Anker gesetzt wurde, sprangen wieder alle ins Meer und ich gönnte mir eine "Dusche". Ins Meer springen, einseifen und dann wieder ins Meer springen. Eine richtige Dusche gab es auf dem Katamaran nicht. 


 

Später kam ein kleines Fischerboot vorbei. Die Köchin kaufte Hummer fürs Abendessen.

 

Am Abend spürte man die Wellen schon etwas mehr. Wir bekamen den Hummer serviert und er schmeckte total gut. Christoph fühlte sich nicht so gut und aß nichts. Ihm war ein bisschen schlecht von den Wellen und so legte er sich kurz hin. Zum Glück hatten wir Tabletten gegen Seekrankheit dabei. Er nahm eine und später ging es ihm schon wieder besser. Wir tranken noch ein paar Bier und hatten einen lustigen Abend. 

Am nächsten Tag nach dem Frühstück ging es wieder zu einer anderen Insel. Ich wollte gerade ins Wasser springen und zur Insel schwimmen, als ein kleines Motorboot von einem anderen Segelboot zu uns fuhr und uns erzählte, dass es hier ein Krokodil gibt, welches schon zwei Hunde gefressen hat. Ein paar von den Leuten schwammen trotzdem rüber, doch dafür hatte ich viel zu viel Angst. Christoph und ich nahmen uns gemeinsam mit der einzigen älteren (50 Jahre) Passagierin das Kanu des Katamarans und paddelten auf die Insel. Dort tranken wir ein Bier und erkundeten ein bisschen die Insel. Wir fanden ein paar rießige, schöne Muscheln. 
Obwohl wir schon viele schöne Strände gesehen haben, glaube ich, dass die San Blas Inseln das Paradies schlechthin sind. Wir waren noch nie an schöneren Stränden und klarerem Meer. Einfach nur der Wahnsinn. 

 

Wir paddelten für das Mittagessen zurück auf den Katamaran. Das Krokodil haben wir zwar nicht gesehen, aber trotzdem war das paddeln bestimmt sicherer.

Nach dem Essen versammelten wir uns alle im vorderen Bereich des Bootes und der Kapitän erklärte uns, dass wir jetzt auf die offene See fahren und wie es dort werden würde. Er sagte uns dass der Wind sehr stark sei und wir uns auf eine sehr unruhige Fahrt vorbereiten sollen. Man merkte ihm seine Nervosität an. Durch seine Ansprache wurde auch ich ziemlich nervös und ängstlich. Wir nahmen alle eine Tablette gegen Seekrankheit. Ich war mit meinen Nerven am Ende und wäre am liebsten wieder zurück nach Panama gefahren. Kevin gab mir eine Tablette zur Beruhigung. Nach langen Überlegen nahm ich die Tablette, da ich richtig Angst hatte. Die Stimmung am Boot war ziemich angespannt. Nach wenigen Minuten merkte ich, wie ich anfing mich zu entspannen. Die Tablette entspannte mich nicht nur, sie machte mich richtig müde und ich schlief auf der Sitzbank ein. Pachango hatte auch totale Angst und kuschelte sich an mich. Ich hielt ihn fest und wachte immer wieder auf, da wir zwei ständig fast von der Bank fielen. Plötzlich krachte eine Abdeckung vom Dach. Glücklicherweise saß gerade niemand drunter. Es fing an zu regnen und die Wellen schwappten über das Boot. Nach zwei Stunden wollte ich mich ins Bett legen. Der Seegang war so stark, dass man nicht mehr stehen konnte und es uns alle nur noch so umher schmiss. Ich versuchte aufzustehen und brauchte mehrere Versuche. Plötzlich sprang Christoph neben mir auf und lief um Ende des Katamarans um sich zu übergeben. Ich wollte zu ihm und fiel fast hin. Einer der Crew sagte mir, ich solle mich um Pachango kümmern und er kümmert sich um Christoph. Nach einer Weile gab ich den Welpen ab und legte mich ins Bett. Ich rollte hin und her und konnte trotzdem einschlafen. Als ich das nächste mal aufwachte, lagen Christoph und Kevin neben mir. Christoph übergab sich alle paar Minuten und auch Kevin war richtig schlecht. Ich fühlte mich grauenvoll doch durch die Tablette konnte ich mich nicht bewegen. In dieser Nacht wachte ich mehrmals auf, da der Katamaran krachte, die Wellen an die Fenster schlugen und das Wasser in die Kabiene rann. 

Als ich am nächsten Tag aufstand und nach oben ging, war alles nass. Ein paar Leute hatten sich übergeben und lagen herum, als wären sie halbtot. Die Stimmung war grauenvoll und ich war heilfroh, dass diese Beruhigungstablette endlich ihre Wirkung verloren hatte. Als ich nach Christoph schauen wollte, wurde mir so schlecht, dass ich mich hinlegen musste. Er lag immer noch im Bett und konnte kaum sprechen. Er hatte Schweißausbrüche und übergab sich in einer Tour. Ich wollte einfach, dass es vorbei ist, doch es wurde immer schlimmer. Mehrere Passagiere hatten wirklich Todesangst und der Kapitän war total nervös und unruhig. Alle lagen nur rum und kaum einer unterhielt sich. Christoph konnte auch gar nichts mehr essen und trank viel zu wenig. Ich aß immer nur ein paar Bissen, da es mir auch wirklich nicht gut ging. Das schlimmste war allerdings die Angst in den Augen des Kapitäns. Die Wellen waren bis zu 10 Meter hoh und im vorderen Bereich des Katamarans konnte man sich gar nicht mehr aufhalten, da dieser komplett unter Wasser war. Mittlerweile hatten wir auch den Motor des kleinen Bootes verloren und ich wollte mir nicht ausmalen, was wäre, wenn etwas passiert. 

Ich kann nicht beschreiben, wie sich die zwei Tage auf dem offenen Meer anfühlten. Wir hatten alle Todesangst und ich machte mir totale Sorgen um Christoph, da er kaum Wasser trinken konnte, weil er sich dann immer wieder übergab. Es war einfach der Horror.

Für die nächste Nacht fuhren wir in die Nähe einer Insel. Dort war die See auch wieder ruhiger und wir konnten uns wieder am Katamaran bewegen. Wir aßen gemeinsam und waren alle fix und fertig. Christoph war der einzige, der immer noch nicht aufstehen konnte und auch nichts aß. 

Am nächsten Tag ging es schon um 6 Uhr morgens los. Glücklicherweise hatten wir das Schlimmste überstanden und die Wellen waren nur noch bis zu 3 Metern hoh. Wir sahen sogar Delfine.

Um 10 Uhr Vormittags kam Christoph ans Deck. Der Kapitän war total erleichtert ihn zu sehen und unterhielt sich mit ihm. Ihm ging es immer noch nicht gut, aber schon viel besser. Als er so da stand, sah ich, dass er ein paar Kilos verloren hatte. Seine Badehose war ihm viel zu weit und er schaute sehr blass aus. Alle waren froh, ihn endlich wieder zu sehen. Essen konnte er immer noch nichts. 
Wir konnten endlich Land sehen und setzten uns alle in den vorderen Bereich des Katamarans. Alle waren froh, dass das schlimmste vorbei war und wir bald wieder Land unter den Füßen haben würden. Der Lautsprecher wurde wieder hinaus gestellt und Musik gespielt. Die komplette Crew war total erleichtert. 

Als wir endlich an Land kamen, war ich unfassbar glücklich das überlebt zu haben. Kevin, Christoph und ich fuhren mit einem Taxi zum Hostel Mamallena. Gleich nach dem Check-In gönnten wir uns eine ausgiebige Dusche. 5 Tage nicht duschen zu können war für mich anfangs das Schlimmste, doch als wir am offenen Meer waren, dachte ich daran keine Sekunde mehr.

Nach der Dusche suchten wir was zu Essen. Christoph war noch richtig schwach auf den Beinen. Nach dem Essen ging es ihm schon besser. Als wir durch die Straßen Cartagenas gingen, fühlten wir uns alle wie in Trance. Wir konnten es nicht glauben, jetzt in Kolumbien zu sein. Der Boden wackelte noch unter unseren Füßen und wir waren fix und fertig. Später saßen wir einfach im Hostel und unterhielten uns über die Horrorfahrt. Am Abend kamen nochmal alle, mit denen wir am Boot waren in unser Hostel und der Kapitän brachte uns unsere Reisepässe. Wir hatten noch einen netten Abend mit den Leuten vom Boot und unterhielten lange über das Segeln. Der Kapitän sagte uns, dass er noch nie solche Wellen gesehen hätte und es circa 3% der Passagiere so gehen würde wie Christoph. Wir saßen noch bis 2 Uhr nachts zusammen bevor wir erschöpft ins Bett fielen.

Alles in allem bin ich froh, dass wir es gemacht haben, aber ich würde es nie wieder machen. Normalerweise ist die Überfahrt auch nicht so schlimm. Wir hatten einfach richtiges Pech mit dem Wetter. Erst am Abend wurde uns durch die Gespräche mit dem Kapitän bewusst, in welcher Gefahr wir waren. Wir haben es geschafft und in 5 Tagen das Paradies und die Hölle kennengelernt. Christoph geht es heute auch wieder besser und in der nächsten Zeit werde ich ihn mästen, damit er wieder ein bisschen zunimmt.

07Februar
2016

Panama City

Am Freitag Abend kam Kevin in David an. Wir kochten Spaghetti Carbonara (wieder einmal) und tranken ein paar Bier auf unser Wiedersehen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus um 9 Uhr nach Panama City. Der Bus war total luxuriös mit Klimaanlage und bequemen Sitzen. Die knapp 9 stündige Fahrt verging recht schnell. Angekommen in Panama City waren wir erst mal ein bisschen überfordert. Man sieht Hochhäuser und daneben chicken Busse und Einheimische in traditoneller Kleidung. Wir hatten gar nicht mehr das Gefühl in Mittelamerika zu sein. Irgendwie passt das alles nicht ganz zusammen.

chicken bus

Es hat ewig gedauert, bis wir endlich die richtige U-Bahn zu unserem Hostel fanden. Jeder den wir fragten, schickte uns in eine andere Richtung. Wir fuhren also mit der U-Bahn und als wir ausstiegen halfen uns gleich zwei Mädels aus Kolumbien und brachten uns zum Hostel. Die zwei fühlten sich gar nicht wohl und fragten uns, warum wir denn ein Hostel in so einer gefährlichen Gegend buchen. Es gibt eben auch Einheimische, welche überängstlich sind. Die Gegend rund um das Hostel ist nämlich nicht wirklich gefährlich.


Angekommen im Hostel checkten wir im Dorm ein. Leider war kein Privatzimmer mehr frei und so hatten wir gar keine andere Wahl. Das Hostel "Mamallena" ist zwar nicht schlecht, aber irgendwie fehlt der persönliche Touch. Man kommt kaum mit den Leuten ins Gespräch, aber da wir ja eh nur für zwei Nächte bleiben, stört uns das auch nicht so.


Nach dem Meeting mit der Crew vom Segelboot, welches um 19 Uhr im Hostel stattfand, gingen wir duschen und wollten uns den Karneval anschauen. Wir gingen circa 15 Minuten zu einer abgesperrten Straße, wo überall Essensstände, Bierstände und Musik war. Bevor man allerdings dort hin kommt, muss man durch eine ziemlich strenge Sicherheitskontrolle. Kevin musste sogar Zigaretten in seinen Schuhen verstecken, da diese sonst abgenommen werden. Ich weiß zwar nicht wieso Zigaretten gefährlich sein sollen, aber gut.
Als wir drinnen waren, sahen wir uns das bunte Treiben an. Im Gegensatz zu Tirol war hier keiner verkleidet. Die Leute stehen teilweise einfach rum, tanzen auf der Straße und bei den vielen aufgebauten Bühnen. Nachdem wir eine Weile einfach durchgegangen waren und die Leute beobachtet hatten, gingen auch wir auf eine Tanzfläche und tanzten ein bisschen. Um circa 23.30 Uhr machten wir uns auf den Heimweg. Wir waren uns zwar nicht mehr ganz sicher, wo wir hin mussten, aber irgendwie fanden wir dann doch zurück in unser Hostel. Um halb 2 gingen wir dann ins Bett und die Nacht endete für uns schon 6,5 Stunden später, als der Wecker um 8 Uhr klingelte.

Wir hatten uns für heute viel vorgenommen. Zuerst gab es Pancakes. Im Hostel bekommt man Pancake Teig und kann sich dann selbst Pancakes machen. Richtig gut waren die zwar nicht, aber immerhin hatten wir etwas im Bauch.
Nach dem Frühstück fuhren wir mit einem Taxi zur Aussichtsplattform "Miraflores" beim Panamakanal. Für 15 USD (13,45 Euro) kann man nicht nur die Schleusen anschauen, sondern auch das dazugehörige Museum besuchen und man bekommt sogar einen kurzen Informationsfilm in einem Kinosaal.


Der Panamakanal ist 80 Kilometer lang und verbindet den Atlantischen und den Pazifischen Ozean. Das Interessante dabei ist eigentlich das Schleusensystem.


Mit drei Schleusenanlagen (den Miraflores-Schleusen nahe Panama City, die Pedro-Miguel-Schleusen kurz vor dem Gatún-See und den Gatún-Schleusen) wird ein Höhenunterschied von 26 m relativ zum Meeresspiegel überwunden. Der Niveauunterschied von 26 m kommt durch die Höherlage des Festlandes zustande, die bei der Überquerung des Kontinents überwunden werden muss.
(Quelle: panama-info.net)

Und genau diese Schleusen haben wir uns dann angeschaut. Es war wirklich erstaunlich zu sehen, wie rießige Boote durch diese Schleusen fahren und das Wasser hinein und herausgepumpt wird.

 

 

Zurück fuhren wir dann mit dem Bus und der U-Bahn. Im Hostel gönnten wir uns dann noch ein Bier, bevor wir das Geld für unseren Segeltrip abheben gingen.

Dann wollten wir uns auch noch "Casco Viejo", das ehemalige Zentrum Panamas anschauen. Bevor wir allerdings wieder in die U-Bahn stiegen, aßen wir noch in einem kleinen Restaurant zu Mittag. Die Hitze und die Müdigkeit machten uns ziemlich zu schaffen. 
Wir stiegen irgendwo aus und versuchten zu Fuß nach Casco Viejo zu finden. Gar nicht mal so einfach.Zwischendurch kehrten wir noch bei einer Apotheke ein und kauften uns Medikamente für unsere Segeltour. Aspirin, Tabletten gegen Seekrankheit und gegen Durchfall.
Bevor wir in Casco Viejo ankamen, kamen wir noch an einen perfekten Aussichtspunkt auf die Skyline Panamas.

 

 

In Casco Viejo fühlten wir uns wie irgendwo in Europa, oder den USA, aber sicher nicht wie in Mittelamerika. Schöne Häuser, viele Restaurants und Cafés und schön gepflasterte Straßen. Wir schauten uns sogar noch eine Kirche an.

   

Da wir alle ziemlich fertig waren, gönnten wir uns für die Rückfahrt ein Taxi. 3,50 USD (3,14 Euro) ist für eine 20-Minutige Fahrt aber auch gar nicht mal so teuer.
Unser Taxifahrer war sehr gesprächig und wir fuhren vorbei an den Armenvierteln der Stadt. 
Auf der einen Seite sieht man die Hochhäuser und auf der anderen, die Armut. Panama City ist ist einfach ganz anders als alles, was wir bisher gesehen haben.

Als wir endlich wieder im Hostel waren, gingen die Jungs noch Bier fürs Boot kaufen und ich unterhielt mich ein bisschen mit zwei Deutschen.
Das einzige was wir heute noch machen müssen, ist unsere Sachen, welche wir am Boot brauchen, in einen kleinen Rucksack packen, da der große auf dem Boot weggesperrt wir. Den Abend verbringen wir dann eher gemütlich und wir werden auch nicht zu spät schlafen gehen, da uns der Jeep, welcher uns zum Boot bringt, schon zwischen 5 und halb 6 abholt. Dann geht es endlich los auf unseren 5-tägigen Segeltrip nach Kolumbien.

Die nächsten Tage werdet ihr nichts neues auf dem Blog lesen, da wir auf dem Segelboot kein Internet haben.

05Februar
2016

zurück in David

Gestern fuhren wir nach einem leckeren Frühstück, gemeinsam mit den 2 deutschen Mädels zurück nach David. Die einstündige Fahrt verging schnell.

leckerchicken bus

Wir checkten wieder im Purple House Hostel ein. Als wir beim Hostel ankamen, fing es an zu regnen. So blieb uns gar keine andere Wahl, als uns draußen hinzusetzen, Film zu schauen und Pizza zu bestellen. 

Diese Nacht hab ich auch wieder sehr gut geschlafen, weil es so warm war. Christoph wurde leider die ganze Nacht von einer Mücke attakiert.

Heute haben wir gemeinsam mit den Mädels gefrühstückt und dann mussten wir uns auch schon wieder von ihnen verabschieden. Wahrscheinlich werden wir die zwei aber in Kolumbien wieder sehen. 

Den heutigen Tag verbringen wir mit skypen, Fotos ordnen und in der Sonne liegen. Am Abend sollte dann Kevin ankommen. Der ist um 8.30 Uhr früh von San José, Costa Rica, losgefahren. 
Morgen geht die Reise weiter Richtung Panama City. Da zur Zeit gerade Karneval ist, hoffen wir, dass wir ohne Verzögerungen ankommen und hoffentlich auch noch ein Bett in einem Hostel bekommen.

Und in 3 Tagen geht´s dann schon aufs Segelboot laughing

04Februar
2016

Verwunschener Garten in den Bergen Panamas

Gestern mussten wir uns noch von unserer Wanderung vom Vortag erholen. Wir spielten Karten, ich schnitt Christophs Haare und am Abend kochte er dafür richtig leckere Quesadillas.

beim Haare schneiden

Heute wollten wir uns wieder bewegen und entschieden uns für einen, vom Hostel empfohlenen, Spaziergang ins nächste Dorf, um uns dort irgendeinen Garten anzuschauen. Wir wussten überhaupt nicht was uns erwartet. 
Nachdem wir 40 Minuten bergauf gegangen waren, waren wir da. Für 5 USD (4,60 Euro) pro Person durften wir hinein. Die nette Frau bei der wir bezahlt hatten, drehte uns auch noch gleich ein mega leckeres, hausgemachtes Wassereis an.

  lecker Wassereis

Gleich am Anfang war eine Art Spielplatz an dem wir uns austoben konnten.

Wir kamen uns vor wie in einem verwunschenen Märchengarten. Überall waren Figuren aufgestellt und Bäume und Blumentöpfe hatten Gesichter. Alles war sehr liebevoll gestaltet, doch teilweise auch ein bisschen gruselig. Überall standen Sprüche über Glück und Gott doch teilweise auch komische wie "Das Ziel ist es, so jung wie möglich zu sterben". Nachts wäre es auf jedenfall ziemlich unheimlich hier.

Willkommen Weihnachtskrippe Christoph wie immer an der Bar Vogelspinne Christoph beim Musik machen Aussichtspunkt

Auf dem Rückweg sahen wir dann noch eine rießige, giftgrüne Raupe.

Bevor wir zurück ins Hostel gingen, stoppten wir noch bei einem Café.
Später gingen wir einkaufen und kochten uns Reis mit Gemüse, Kochbananen und Grillkäse. Den Abend werden wir noch gemütlich verbringen und morgen geht´s zurück nach David in die Wärme!

02Februar
2016

Verlaufen in Boquete

Gestern Vormittag sind wir gemeinsam mit 2 deutschen Mädels in das Bergdorf Boquete gefahren. Die Busfahrt dauerte nur eine Stunde. Schon beim Aussteigen haben wir gemerkt, dass der Temperaturunterschied zu David recht groß ist. Tagsüber kann es zwar schon 30°C haben, aber nachts wird es hier in den Bergen Panamas richtig kalt. 

Nachdem wir ein ganz gutes Hostel gefunden hatten (25 USD - 22,95 Euro für ein Privatzimmer mit geteiltem Bad) gingen wir mit den zwei Mädels zu einem 20 Minuten entfernten Café. Aus Boquete kommt anscheinend einer der besten Kaffees der Welt. Davon wollten wir uns natürlich erst mal selbst überzeugen.

Als wir zu diesem Café spazierten, kam ich mir vor wie in Tirol. Das Panorama könnte man glatt mit daheim verwechseln.

Boquete

Mein Cappucino und Christophs Café Latte waren auch wirklich lecker. Wir saßen ziemlich lange dort und haben über Gott und die Welt philosophiert. Als wir um ca. 17 Uhr zurück gingen, war es schon deutlich kälter und wir frierten in unseren kurzen Hosen. 
Zum Abendessen gab es dann noch Pizza aus dem Supermarkt und danach spielten wir, eingewickelt in Pullis, langen Hosen und dicken Socken, noch Karten.

Die Nacht war sehr kalt. Ich konnte lang nicht einschlafen, weil ich so fror und wir ja keine gescheide Decke haben. Im Gegensatz zu mir macht Christoph die Kälte nicht so viel aus. 

Heute nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zu den heißen Quellen. Da die Mädels wohl irgendwas falsches gegessen hatten, gingen wir allein.
Erst mussten wir mit dem Bus 40 Minuten Richtung David fahren. Wir ahnten also schon, dass es dort wieder wärmer sein wird. Ab der Bushaltestelle, sollten es noch 45-60 Minuten Fußmarsch sein. Wir gingen los und lehnten sogar eine Mitfahrgelegenheit ab, da wir ganz froh waren uns mal zu bewegen. Wir hatten das Gefühl, irgendwo in Tirol auf eine Alm zu wandern.

  Tirol oder Panama? Tirol oder Panama? die einzigen, die wir am Weg getroffen haben

Nach 30 Minuten kam eine Kreuzung auf welcher 2 Wege angeschrieben waren. Der eine war 500 Meter lang und der andere 4 Kilometer. Da wir uns sicher waren, dass wir noch nicht am Ziel sein könnten, gingen wir den langen Weg. Wie sich später herausstellen sollte, wanderten wir bei 30°C ohne Schatten und leider mit viel zu wenig Wasser 4 Kilometer in die falsche Richtung. Der Schweiß tropfte nur so von unserer Stirn und wir hätten alles für mehr Wasser gegeben. Als der Weg bei einem Art Hotel endete, merkten wir, dass wir falsch sein müssen. Wir fragten eine Frau, welche uns bestätigte, dass die heißen Quellen 1 Stunde von hier entfernt sind. Unsere Frage, ob wir denn hier Wasser kaufen könnten verneinte sie und so machten wir uns enttäuscht wieder auf den Rückweg. Da die Hitze kaum mehr auszuhalten war, stoppten wir beim Fluss und kühlten uns ein bisschen ab.

 

Nach 5 Minuten waren wir wieder komplett trocken und es war wieder gleich heiß wie davor. Trotzdem schafften wir es recht zügig zu der Kreuzung. Dort fiel uns auf, dass die Beschilderung des ersten Weges sogar ein Bild, welches heiße Quellen zeigte, hatte. Als wir das sahen und beide sagten, wir hätten dieses Bild ja eh vorher schon gesehen, aber uns nichts dabei gedacht, wurde uns klar, dass wir großes Glück haben überhaupt in Panama zu sein. So oft wie wir uns verlaufen, würde es mich nicht wundern, wenn wir inzwischen irgendwo in der USA wären. Wir gingen also die letzten 500 Meter zu den heißen Quellen und zahlten 2 USD (1,85 Euro) pro Person Eintritt. Glücklicherweise konnten wir hier auch unsere leere Wasserflasche mit einem Gartenschlauch auffüllen.

Wie der Name schon sagt, sind heiße Quellen heiß. Diese waren so heiß, dass wir es nicht schafften uns rein zu setzen.

  heiße Quellen heiße Quellen

Dafür gingen wir zum Fluss und kühlten uns nochmal richtig im eiskalten Wasser ab. 

 

Nach einer halben Stunde machten wir uns wieder auf den Rückweg, da der Bus zurück bald kommen würde. Als wir bei der Hauptstraße ankamen, merkten wir, dass wir zu den heißen Quellen nur 40 Minuten gebraucht hätten. So sind wir einen Umweg von 8 Kilometer und 2 Stunden gelaufen. Insgesamt sind wir heute bei 30°C 13 Kilometer gegangen. Ich glaube es wäre nur halb so schlimm gewesen, wenn es nicht so heiß gewesen wäre und wir genug Wasser gehabt hätten. Aber auf das waren wir einfach nicht vorbereitet. 

Wir fuhren zurück und kauften gleich noch für Spaghetti Carbonara ein. So viel Fleiß muss ja schließlich auch belohnt werden. Kaum waren wir im Hostel, war es schon wieder viel kälter und wir duschten schnell und zogen uns gleich lange Sachen an um nicht krank zu werden. 

Den Abend werden wir jetzt auf jeden Fall gemütlich verbringen.

30Januar
2016

Canyon in Gualaca

Gestern machten wir uns nach dem Frühstück auf dem Weg zum Canyon. Dafür mussten wir erst mal mit dem Taxi zur Busstation und dann mit dem Bus circa eine halbe Stunde in den Ort Gualaca fahren. 

 

Gualaca ist ein kleines, ruhiges Dorf. Dort gibt es eigentlich, außer dem Canyon, nicht viel zu sehen. 

Nachdem wir aus dem Bus gestiegen waren, mussten wir noch knapp einen Kilometer zu Fuß gehen. Typischerweise sind wir falsch abgebogen und einen steilen Steinweg hinunter zu einem Fluss gegangen. Da dort kein Canyon war, gingen wir wieder hinauf. Oben angekommen waren wir außer Atem und der Schweiß rann nur so herunter. Glücklicherweise waren wir 5 Minuten später am Canyon angekommen, für den man nicht mal Eintritt zahlen muss. Der Canyon war realtiv gut besucht. Neben vielen Einheimischen konnten wir vereinzelt auch ein paar Touristen entdecken. Würde ich hier wohnen, würde man mich mit Sicherheit an fast jedem freien Tag hier antreffen. Die Leue hatten Stühle, Essen und Getränke dabei. Perfekt für einen Familienausflug.
Nachdem auch wir ein gemütliches Plätzchen gefunden hatten, gingen wir ins Wasser. Obwohl es nicht wirklich kalt war, war es eine tolle Erfrischung an diesem heißen Tag. Im Wasser bekamen wir dann noch eine gratis Schönheitsbehandlung. Kleine Fische knabberten an unseren Füßen. In der Türkei hab ich dafür schon mal ziemlich viel Geld bezahlt. Hier muss man nur ruhig stehen bleiben und schon kommen die Fische. Das ruhig Stehen ist gar nicht mal so einfach, weil es ziemlich kitzelt. 

  Canyon Gualaca Canyon Gualaca Canyon Gualaca  gratis Schonheitsbehandlung

Am späten Nachmittag wollten wir dann wieder zurück fahren. Wir gingen zu der Straße, an welcher uns der Bus ausstiegen ließ und warteten. Die Straße war leer und es kam nur ab und an mal ein Auto vorbei. Nachdem wir insgesamt eine Stunde gewartet, 3 verschiedene Leute gefragt und 5 vorbeikommende Busse, welche leider nicht nach David fuhren, angehalten hatten, kam endlich der richtige Bus. Gerade rechtzeitig bevor die Stimmung gekippt wäre, denn wir hatten ziemlichen Hunger und waren schon ein bisschen genervt vom langen Warten in der Hitze.

Zurück in David gingen wir gleich in den Supermarkt einkaufen und kochten dann Quesadillas. Den Abend verbrachten wir auf der Hostelterrasse und kamen mit einem deutschen Pärchen ins Gespräch, welche uns den Tipp für unseren nächsten Stop gegeben haben. Morgen fahren wir also weiter nach Boquete. Boquete ist nur eine Stunde entfernt von David und liegt in den Bergen Panamas. Ich bin gespannt was uns dort erwartet.

Heute verbrachten wir den Tag unter anderem damit, unseren Rückflug zu buchen. Am 14.03. um 6 Uhr morgens gehts los und am nächsten Tag um 13.30 Uhr landen wir in Innsbruck. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. In 44 Tagen geht´s nach Hause. Es ist ein komisches Gefühl, die Tage bis zur Heimreise zählen zu können. Mir kommt es so vor, als wären wir erst gestern voller Aufregung und Neugier in Cancún gelandet. Wenn ich allerdings daran denke, was wir alles erlebt und gesehen haben, habe ich das Gefühl, dass wir seit einer Ewigkeit unterwegs sind. Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen, unsere letzten 6 Wochen in vollen Zügen zu genießen.

28Januar
2016

David

Unsere letzten Tage auf den Bocas waren leider wieder verregnet. Wir konnten also nicht viel mehr machen als Essen, spazieren gehen und uns die Zeit im Hostel vertreiben. So entschlossen wir uns am Dienstag weiter zu fahren. Unser Ziel war die Stadt David. Laut Wikipedia ist David die heißeste Stadt Panamas. 
Wir mussten zuerst mit dem Boot von der Isla Colón zurück nach Almirante für 5 USD (4,60 Euro) pro Person, dann mit einem Taxi für 1 USD (0,90 Euro) pro Person  zur Busstation und danach mit dem Bus für 8 USD (7,70 Euro) circa 4 Stunden nach David. Das Reisen in Panama ist ungefähr gleich teuer wie in Costa Rica.
Wir fuhren über die Berge und draußen war es kalt, neblig und regnerisch. Dass hinter diesen Bergen die heißeste Stadt Panamas liegt konnten wir uns nicht wirklich vorstellen. Doch eine Stunde später war es schon wieder sonnig. Der Bus hatte eine Klimaanlage und so konnten wir keinen Temperaturunterschied merken. Es war immer noch richtig kalt. Als wir in David ankamen und die Türe aufging, strömte heiße Luft in den Bus. Wir merkten sofort, dass Wikipedia wohl doch recht hat und ließen uns von einem Taxi zu unserem Hostel "Purple House" bringen.

Wie der Name schon sagt, ist das Hostel violett. Aber nicht nur die Wände, auch die Einrichtung und sogar die Küchengeräte sind violett. Gestern hab ich in der Küche sogar einen violetten Küchenreiniger gefunden. Ich frag mich wirklich wo man so viele violette Dinge kaufen kann. Trotzdem ist das Hostel total nett und man fühlt sich sofort wohl. Überall sind nette kleine Zettelchen angebracht, auf denen zum Beispiel steht, dass man doch bitte sein Geschirr gleich abwaschen soll und sich bitte nicht über Spinnen oder andere Krabbeltiere ärgern soll, da das hier in Panama normal ist. 
Für unser Privatzimmer mit Gemeinschaftsbad zahlen wir hier 25 USD (23,16 Euro). Im Preis ist sogar das Frühstück inkludiert, welches allerdings nur aus einer kleinen Portion Haferschleim, einer Banane und Kaffee besteht. Beschweren wollen wir uns trotzdem nicht. So müssen wir uns wenigstens keine Gedanken ums Frühstück machen und bekommen sogar Kaffee, was für uns schon ein echter Luxus ist. Das Hostel hat auch eine recht schöne Gemeinschaftsküche (natürlich mit violetten Küchengeschirr) und im Garten einen Springbrunnen zum Erfrischen.

Christoph beim Abkühlen

Nach dem Check-In gingen wir gleich mal zum 5 Minuten entfernten Supermarkt. Der Supermarkt ist rießig und man findet (fast) alles. Auf Grund der Klima haben wir bestimmt eine Stunde dort verbracht. Zurück im Hostel kochten wir uns leckere Spaghetti Carbonara (nach Luisas Rezept) und verbrachten den restlichen Abend im gemütlichen Außenbereich des Hostels. Am nächsten Tag wollten wir eigentlich einen Ausflug zum nahegelegenen Canyon machen. Auf Grund der Hitze wollten wir uns allerdings so wenig wie möglich bewegen, was dazu geführt hat, dass das Ziel unseres Tagesausflugs nur der Supermarkt war. Abends gab es dann Burritos und nach einer langen, kalten, erfrischenden Dusche ein paar Runden Gin (unser Kartenspiel).

Burritos
Heute wollten wir den Canyon aber wirklich angehen. Da wir aber langsam aber sicher dem Ende der Reise entgegenschauen, wollten wir vorher noch unseren Rückflug buchen. Es stellte sich heraus, dass das gar nicht so einfach ist und da es jetzt schon kurz vor 15 Uhr ist und wir immer noch nicht den passenden Flug gefunden haben, wird der Canyon wohl bis morgen auf uns warten müssen. 

Ganz faul waren wir die letzten Tage aber nicht. Wir haben eine Segeltour nach Kolumbien für den 8. Feburar gebucht. Übernächste Woche werden wir also für 5 Tage auf einem Segelschiff sein, welches uns zuerst zu Karibikinseln im Süden von Panama und danach weiter nach Kolumbien bringt. Wir freuen uns schon total auf dieses Abenteuer, vor allem weil wir es gemeinsam mit Kevin machen. Der ist jetzt gerade noch in El Salvador, wird aber die nächsten Tage viel im Bus verbringen, damit wir dann zusammen die Segeltour machen und danach noch Kolumbien entdecken können. 

 

24Januar
2016

Regen und Sonne

...wir sind immer noch auf den Bocas.

Leider hat das Wetter diese Woche nicht wirklich mitgespielt. Wir haben also nicht viel gemacht und das "Nichts-tun" genossen.

Am Dienstag hat es geregnet und wir haben fast den ganzen Tag im Hostel verbracht. Am Mittwoch war es zum Glück ein bisschen besser. Es war zwar bewölkt, aber zumindest hat es nicht geregnet. So beschlossen wir zum Strand auf eine kleine Nachbarsinsel zu fahren. Da es ja trotz Wolken warm war, dachten wir uns, wir machen es uns mit einem Buch am Strand bequem. Bei der Insel angekommen, breiteten wir unsere Tücher aus und wurden gleich von hunderten Moskitos attakiert. Uns war gleich klar, dass es mit dem gemütlichen Lesetag hier nichts wird. Schon nach 10 Minuten ergriffen wir die Flucht und beschlossen die Insel zu Fuß zu erkunden. Trotz der Nähe zur Hauptinsel Isla Colón (am kürzesten Punkt ca. 200 Meter entfernt) ist hier wirklich nicht viel los. Es gibt wenige kleine Hotels und Hostels und zwei, drei Restaurants. Das wars dann auch schon. Nach unserem Spaziergang wollten wir noch was trinken, bevor wir mit dem Boot zurück fuhren. Wir setzten uns an eine Strandbar und genossen den Ausblick. Später führte uns das Boottaxi wieder zurück.
Am Donnerstag hat es dann wieder geregnet. Wir skypten ein bisschen und schauten uns einen Film an.
Gestern hatten wir glücklicherweise wieder Sonne. Wir haben uns total gefreut und sind gleich los zum "Sternenstrand". Allerdings war gestern viel mehr los, als das letzte mal. Außerdem war der Sand auf Grund des Regens der letzten Tage, total nass. Anfangs saßen wir im nassen Sand und unsere Tücher waren auch gleich durchnässt. Nach einer Weile legten wir uns ein bisschen abseits der Leute in eine Wiese. Diese war nicht nass und so konnten wir es dann doch noch genießen. Als wir uns auf den Rückweg machten und ein Boottaxi suchten, bemerkten wir, dass die meisten Leute schon weg waren. Wir haben wohl die Zeit übersehen und es war schon kurz vor 6. Zum Glück fanden wir noch ein Boot, welches uns zurück brachte.

Heute waren wir wieder beim "Red frog beach". (Frösche haben wir auch heute keine gesehen) Dieser Strand ist einfach einer unserer Lieblingsstrände der Reise. Trotz der 5 USD (4,60 Euro) Eintritt pro Person, wollten wir einfach nochmal hier hin. Die Bootsfahrt zum Strand war wohl die wildeste seit wir hier sind. Unser Fahrer kannte nur Vollgas und es war ihm auch egal, dass wir nur so über die Wellen sprangen und komplett nass gespritzt wurden. Solange das Boot nicht auseinanderbricht und wir nicht kentern solls mir recht sein. Die Zeit verging viel zu schnell und um 17 Uhr wurden wir schon wieder von unserem Kamikazefahrer abgeholt. Jetzt waren wir noch unsere Nachos essen und lassen den Abend auf der Hostelterrasse ausklingen.

 

19Januar
2016

Seesterne

Gestern fuhren wir mit dem Boottaxi auf die Hauptinsel Isla Colon. Es ist schon ziemlich touristisch hier, aber nicht so schlimm wie z.b. San Juan del Sur in Nicaragua.
Hier mussten wir erst mal ein Hostel suchen. Bei Mittagshitze irrten wir mit unseren Rucksäcken circa eine halbe Stunde durch die Stadt bis wir endlich eines fanden, welches noch ein Zimmer frei hatte.

Im Hostel "Agua Mala" zahlen wir 30 USD (27,60 Euro) für ein Privatzimmer mit Bad. Das Hostel ist ganz ok, aber da die Wände ziemlich dünn sind und unsere Nachbarn ein ungefähr 1-jähriges Kind dabei haben, wachten wir durch das Gequengel ein paar mal auf. 

Nachdem Check-In tranken wir erst mal ein Bier um uns abzukühlen. Danach fuhren wir eine halbe Stunde mit dem Bus und 10 Minuten mit einem Boot zum Playa Estrella (Sternenstrand). Dieser Strand ist sehr bekannt und deshalb natürlich alles andere als einsam. Trotzdem ist er schön und eigentlich genau so, wie man sich Karibik vorstellt. Ruhiges, klares Wasser, Palmen und weißer Sand. Seinen Namen hat der Strand den unzähligen Seesternen, welche hier wohnen, zu verdanken. Schon in kniehohen Wasser findet man die schönen, großen Seesterne. Sowas haben wir noch nie gesehen.

  Strand vom Boot aus Seestern Seestern

Abends fuhren wir dann wieder zurück in die Stadt. Dort wollte ich erstmal einfach nur duschen, aber wie das nun mal so ist in Mittelamerika gab es kein Wasser. So gingen wir erst mal Geld abheben und saßen noch eine Weile auf der Terrasse bis glücklicherweise das Wasser wieder ging. Da die "Küche" dieses Hostels nicht mehr als eine tragbare Herdplatte ist, gingen wir essen und gönnten uns Nachos. Danach wollten wir ausgehen. Wollten... wir liefen eine dreiviertel Stunde durch den Ort und überall wo wir laute Musik hörten gingen wir hin. Wir fanden uns also ein paar mal vor Souvenierläden und Restaurants wieder. Discos? Bars? Alles geschlossen! Also gingen wir zurück ins Hostel, tranken noch ein Bier und gingen schlafen. Vielleicht lag das daran, dass Montag war. Wir werden heute auf jeden Fall nochmal unser Glück versuchen.

18Januar
2016

Isla Bastimentos

Am Freitag Morgen haben wir Costa Rica hinter uns gelassen. Wir fuhren mit einem Bus zur Grenze, dort holten wir uns die Aus- und Einreisestempel, und dann ging es mit einem anderen Bus weiter in die Hafenstadt Almirante. Von dort aus fuhren wir mit einem kleinen Boot für 6 USD (5,50 Euro) pro Person auf die Hauptinsel Isla Colon der Bocas del Toro (Münder des Stieres). (Bocas del Tore besteht insgesamt aus 6 Inseln.)
Dort führte uns der erste Weg zu einem Bankomat. Schon auf dem Weg zur Bank sahen wir, wie touristisch diese Insel ist. Überall Restaurants, Bars, Hostels und Hotels. Außerdem hört man kaum spanisch und wird auch von Einheimischen gleich auf englisch angesprochen.
Nachdem wir erfolgreich Geld abgehoben hatten, ging es mit einem anderen Boot für 4 USD (3,70 Euro) pro Person 10 Minuten weiter auf die Isla Bastimentos.

Isla Bastimentos vom Boot aus


Angekommen auf der Isla Bastimentos wussten wir erstmal nicht so recht wo wir jetzt sind. Obwohl diese Insel nur 10 Bootsminuten von der Isla Colon entfernt ist, ist es eine ganz andere Welt. Laut Wikipedia hat diese Insel 1954 Einwohner. Wir fragen uns allerdings, wo die denn alle wohnen sollen. Der einzige bewohnte Teil der Insel heißt "Old Bank". Hier ist auch unser Hostel. Durch den Ort führt eine schmale Straße. Innerhalb von 10 Minuten kann man den ganzen Ort ablaufen. 

Hauptstraße Hauptstraße Hauptstraße
Wir schlafen im "Rafael´s House" und für 55 USD (50,70 Euro) haben wir ein kleines Zimmer ohne Bad. Allerdings teilen wir uns Bad, Küche und Terrasse nur mit einem weiteren Zimmer. Es ist also fast wie ein Appartement. Außerdem hat das Hostel einen eigenen Steg, von dem aus man ins Wasser springen kann. Wie viel wir jetzt wirklich zahlen ist auch noch unklar. Im Internet steht, dass das Frühstück inkludiert ist und da das nicht der Fall ist und das Zimmer für 55 USD wirklich sehr klein ist, hat Christoph sich schon beschwert. Naja, das werden wir heute beim Check-out ja sehen.

Soweit wir das beurteilen können, leben auf der Insel nur Schwarze. Die Einwohner sind total freundlich und grüßen uns auch immer. Die Häuser sind recht einfach und die Armut der Einwohner sehr präsent. Kinder spielen barfuß mit leeren Plastikflaschen und die Kleidung besteht mehr aus Löchern, als aus Stoff. Leider sieht man diese Armut auch in Umgang mit Tieren. Hühner sind an den Füßen mit einem 10cm langen Strick angebunden und werden nur so umhergeschmissen. Hier gibt es auch wieder einige Straßenhunde. Außerdem liegt im ganzen Ort viel Müll. Doch nicht nur auf den Straßen, auch auf den Grundstücken der Einheimischen. Das scheint hier niemanden zu stören. 

Haus Restaurant Häuser

Aufgrund der Armut ist es auf dieser Insel wohl doch nicht so sicher, wie wir uns dachten. Am Samstag spazierten wir zum "Wizard Beach" (Zauberer Strand). Wir folgten einem Schild, welches uns durch den Dschungel zum Strand führte. Wir waren ungefähr 20 Minuten unterwegs und fühlten uns zwischendurch auch nicht mehr ganz sicher, als wir allein auf irgendeinem Dschungelweg waren. Zurecht. Später las ich im Internet, dass hier immer wieder Touristen überfallen werden. Zum Glück passierte uns nichts. Wir hatten nämlich sogar die Kamera dabei. Als wir endlich beim Strand ankamen, waren wir so verschwitzt, dass wir nur noch ins Wasser springen wollten. Leider sind die Wellen hier viel zu hoch und zu gefährlich zum schwimmen. So setzten wir uns in den Schatten und bestaunten den gelben Sand und den schönen, einsamen Strand. Außer uns, waren noch 4 weitere Leute hier. 

  Weg zum Wizard Beach Wizard Beach Wizard Beach

Wir machten uns bald wieder auf den Rückweg zum Hostel. Eigentlich wollten wir jetzt hier ins Wasser springen, doch uns kam ein Bier dazwischen. Also verbachten wir den restlichen Tag auf unserer Terrasse. Abends "kochte" Christoph noch vegetarische Toasts.

Am nächsten Tag fuhren wir mittags mit einem Boottaxi zum "Red Frog Beach" (Roter Frosch Strand). Wir hätten auch hin wandern können, aber nachdem wir gelesen hatten, dass diese Wege nicht sehr sicher sind, haben wir uns doch für ein Boot entschieden. Außerdem ist es auch viel bequemer. Die Bootsfahrt dauerte 10 Minuten und kostete 5 USD (4,60 Euro) pro Person. Bei einem Steg mussten wir aussteigen und erst mal 5 USD Eintritt zahlen. Dann führte ein kleiner Weg ein paar Minuten durch den Dschungel. Hier sieht man angeblich viele der kleinen, roten, giftigen Frösche. Trotz intensiver Suche haben wir keinen einzigen gesehen. Außerdem ist hier der einzige natürliche Süßwassersee der Insel. Ich würde es zwar eher Teich nennen, aber egal.

  Weg zum Red Frog Beach

Hier wohnen Süßwasserschildkröten und Kaimane. Auch die haben wir leider nicht gesehen. 
Als wir zum Strand kamen, sahen wir gleich das kristallklare, hellblaue Wasser. Wir legten uns in den Schatten und wollten erstmal eine Kokosnuss trinken.
Dieser Strand ist nicht ganz so einsam, da auch Touristen von der Isla Colon gerne mal einen Tagesausflug hierher machen. Dafür kann man Liegestühle und Sonnenschirme mieten und es gibt eine Bar und ein Restaurant. Es gibt sogar einen Oben-ohne-Bereich. 
Wo Touristen sind, sind die Preise auch meistens höher. Als der Barmann für eine Kokosnuss 2 USD (1,85 Euro) haben wollte, war klar, für uns gibt es heute keine Kokosnuss. Trotzdem genossen wir den Strand und gingen dann ins klare Wasser. Dieser Strand ist mit Sicherheit einer der schönsten, den wir gesehen haben.

  Red Frog Beach Red Frog Beach Red Frog Beach Red Frog Beach

Um 15.30 Uhr fuhren wir wieder zurück zu unserem Hostel. Am Steg wo uns das Boot abholte, sahen wir noch hunderte Quallen. Ich hab noch nie Quallen gesehen und auch keine Ahnung ob die giftig sind. Ausprobieren wollten wir es auf jeden Fall nicht.

Quallen
Später gingen wir noch einkaufen. Am Rückweg sahen wir dann eine Frau, welche mit einem Stock ihre 2 kleinen Kinder schlug. Wir waren uns nicht sicher was wir machen sollten. Da sie aber nach ein paar Schlägen auf die Arme und den Hintern aufhörte, machten wir gar nichts. Ich weiß nicht, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn wir trotzdem hingegangen wären und etwas gesagt hätten. Daneben saßen Einheimische, welche das gar nicht interessierte. Das scheint hier Alltag zu sein. Uns beschäftigte das noch den ganzen Abend. 

Jetzt haben wir gerade gefrühstückt und fahren bald mit dem Boot auf die Isla Colon. Wir haben beschlossen trotz Touristen 1-2 Nächte auf der Hauptinsel zu verbringen. 

14Januar
2016

die letzten Tage in dem wunderschönen Costa Rica

Die letzten Tage haben wir eher gemütlich verbracht. Wir waren am Strand, haben Kokosnüsse getrunken und unsere eigene kleine Terrasse im Hostel ausgenutzt.

Weg zum Strand Strand Puerto Viejo Straße in Puerto ViejoShop in Puerto ViejoRestaurant in Puerto ViejoStraße in Puerto Viejo
Am Montag hab ich mir meine Haare zu lauter kleinen Zöpfen flechten lassen. 20.000 Colon (34,70 Euro) für über 2 Stunden Arbeit finde ich gar nicht mal so schlecht.

  Zöpfe

Gestern war es bewölkt und am Vormittag hat es sogar kurz geregnet. Wir haben beschlossen es auzunutzen, wenn die Sonne nicht wie verrückt runter brennt und uns ein Rad ausgeliehen. Unser Ziel war das 12 Kilometer entfernte Manzanillo. Wir hörten überall Brüllaffen und waren zeitweise ganz allein auf einer Straße, von der links und rechts nur Dschungel ist. Kurz vor Manzanillo kamen zwei Steigungen, welche uns ziemlich ins Schwitzen brachten. Als wir dann endlich am Strand waren, kühlten wir uns gleich im Meer ab. Nachdem wir insgesamt 24 Kilometer geradelt sind, belohnten wir uns mit Nachos und selbstgemachter Guacamole. (Leider haben wir auf unserer Radtour gar keine Fotos gemacht - wir waren mit strampeln beschäftigt)

Strand in Manzanillo Strand in Manzanillo

Heute Abend werden wir noch ein letztes mal ein paar leckere Imperial Bier trinken gehen.

Eigentlich wollten wir schon vor 2 Tagen auf die Bocas del Torro fahren, doch wir haben unseren Aufenthalt in Puerto Viejo verlängert, da wir einfach noch nicht von Costa Rica weg wollten. Morgen ist es aber entgültig soweit. Um 08.30 Uhr fahren wir mit dem Bus zur Grenze nach Panama. Diesmal ist es für uns besonders schwer weiter zu reisen. Die schönste Zeit der Reise hatten wir auf jeden Fall in Costa Rica! Das lag natürlich nicht zuletzt an unserem Besuch und an unserer Hochzeit. Aber man soll ja gehen, wenn es am schönsten ist. Ich bin mir zwar sicher, dass Panama auch seine schönen Orte hat, doch es wird wieder ganz anders. Andere Währung, andere Leute, anderes Bier (und in Costa Rica gibt es ausnahmslos das beste Bier). Wir werden uns morgen auf jeden Fall auf das Abenteuer Panama einlassen und schauen, was dieses Land so zu bieten hat. 

10Januar
2016

zurück in Puerto Viejo

Nach dem Abschied fuhren wir mit dem Bus nach Puerto Viejo.
Unser nächster Stop ist Panama und da wir von Puerto Viejo aus gut auf die Boca Inseln in Panama kommen, war es naheliegend die letzten Tage hier zu verbringen. Eigentlich wollten wir ja schon heute nach Panama weiter, aber ich bin noch nicht fertig mit meinem Lieblingsland und würde am liebsten noch ein paar Wochen hier bleiben.

Es war ganz ungewohnt, wieder mit öffentlichen Bussen zu fahren. Wir haben uns doch schon an die privaten Shuttle und das Auto gewohnt. 
Als wir ankamen, war es schon dunkel und wir checkten im Hostel "Casa de Rolando" ein. Hier zahlten wir 40 USD (36,60 Euro) für ein privates Zimmer mit Bad und kleiner Terrasse. Das Zimmer war allerdings nicht wirklich schön und die Matraze war nur aus Schaumstoff. Für 40 USD könnte man sich, meiner Meinung nach, schon was besseres erwarten. Aber es war zumindest sauber und wir müssen uns jetzt eh wieder an Hostels anstatt tolle Häuser gewöhnen. 

Abends gingen wir dann essen und kaum hatten wir uns versehen, schoben 4 deutsche einen Tisch zu unseren und unterhielten sich mit uns. Anfangs war ich mir nicht so sicher, was ich jetzt davon halten sollte, doch dann hatten wir einen sehr netten Abend und waren auch erst um 2.30 Uhr daheim. 

Nachdem wir heute morgen gefrühstückt hatten, zogen wir dann um. Wir haben das "Pura Vida" Hotel für 3 Nächte reserviert. Hier zahlen wir für die "Honeymoon Suite" 55 USD (50,30 Euro). Das ist zwar etwas teurer, aber wir wollen unsere letzten Tage in Costa Rica einfach nochmal so richtig genießen. 

10Januar
2016

Abschied in Alajuela

Am Freitag mussten wir mit dem Auto zurück nach Alajuela fahren. Andi suchte sich eine Schotterstraße aus, welche über die Berge führte. Das war zwar nicht der schnellste Weg, aber so konnten Andi und Mama nochmal auf der Ladefläche stehen und die schöne Aussicht genießen. 

In Alajuela angekommen, checkten wir in dem Hostel Eskalima ein. Das Hotel ist zwar ganz schön und die Angestellten sehr freundlich, aber Alajuela ist einfach nicht meine Stadt. Mir ist hier zu viel los. Zu viele Autos, zu viele Menschen, zu viel Gestank.

Andi und Christoph brauchten auf Grund des Verkehrs und der sich versteckenden Tankstelle, satte 2 Stunden um das Auto zurück zu geben. Währenddessen packten Mama und ich die Koffer um und setzten uns ein bisschen in den Park, gleich gegenüber vom Hotel. 
Als die zwei wieder da waren, waren wir alle ziemlich hungrig und gingen auf die Suche nach einem Restaurant. In Alajuela ist das leider gar nicht mal so einfach. Hier sind nicht so viele Touristen und auch dementsprechend weniger Restaurants. Am Ende gaben wir uns mit einem komischen Reis mit Hühnchen zufrieden. Richtig gut wars zwar nicht, dafür aber viel. 

Am Abend spielten wir dann noch Karten (ich hab natürlich gewonnen tongue-out) und gingen dann auch nicht zu spät schlafen. Am nächsten Morgen genossen wir noch unser letztes gemeinsames Frühstück im Hotel, bevor um 11 Uhr das Taxi kam, welches uns zum Flughafen brachte. Hier mussten wir uns dann leider verabschieden.

Wir waren jetzt über 3 Wochen in Begleitung unserer Liebsten und haben das sehr genossen. Diese Zeit war definitiv die schönste der gesamten Reise. Natürlich war uns schon vorher klar, dass alle wieder heim fahren, aber ich hätte es mir nicht so schwierig vorgestellt, Abschied zu nehmen. Jetzt wo alle wieder weg sind, kommen mir schon Zweifel, ob wir noch länger bleiben sollen, oder einfach zusammen packen und heim fahren. Gleichzeitig weiß ich aber ganz genau, dass wir das bereuen würden. Wir sind einfach noch nicht fertig mit unserer Reise. Und wie heißt es so schön "Weine nicht weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war". 

08Januar
2016

Traumstrände und Nationalpark

Am Dienstag wollten wir dann zu dem Nationalpark Manuel Antonio fahren. Allerdings sind wir ein bisschen spät los und als wir dort waren, sagte man uns, dass der Park voll sei, da nur eine gewisse Anzahl an Besuchern rein gelassen wird. So legten wir uns an den Strand in Manuel Antonio. Vor 4 Jahren waren hier kaum Touristen. Heute schaut das ganze schon anders aus. Überall gibt es Liegestühle am Stand sowie Bananaboot und Surfboards zum Ausleihen. Außerdem wird man von jeder Seite angeredet. "Do you want to rent a chair?" "Coconut water?" "Weed?" Es ist ziemlich nervig, wenn man 10 Mal NEIN sagen muss, bevor man überhaupt sein Handtuch ausbreiten kann. Trotzdem ist der Strand sehr schön und das Wasser super.

Nach circa 2 Stunden fuhren wir dann in das Restaurant "El Avion" essen. Der Ausblick von der Terrasse war super und das Essen wirklich sehr lecker.

  Restaurant Ausblick beim Essen

Später fuhren wir zurück in unser Traumhaus. Dort hüpften wir (ausgenommen Mama natürlich) in den Pool und später grillten Andi und Christoph nocheinmal. 

Am nächsten Tag mussten wir leider aus dem Traumhaus ausziehen. Wir fuhren ein circa 60 Kilometer nördlich von Uvita in den Ort Parrita. Über Airbnb haben wir die Rancho las Tilapias gefunden, wo wir ein kleines Häuschen für uns haben. Hier ist alles in Holz gehalten und die Besitzerin hat uns erzählt, dass sie die Möbel alle aus Holz aus der Umgebung gemacht haben. Es ist ziemlich schön und hat schon seinen Charme. Trotzdem kann es mit unserem Traumhaus nicht mithalten, aber sonst wäre es ja auch kein Traumhaus. Die Rancho liegt ziemlich abgelegen und näher zu den Bergen. Ohne Auto wären wir hier nie hergekommen.

Nach einem leckeren Willkommensdrink mit Passionsfrucht brachten wir unsere Sachen in das Häuschen. Danach gab es erst mal ein Bier und dann fuhren wir zu einem wunderschönen, ziemlich einsamen und endlos langen Strand. Hier versuchten wir erst mal mit aller Mühe, Kokosnüsse von den Bäumen zu schlagen. Gar nicht mal so einfach. Immerhin konnten wir 3 mitnehmen. (Die 3 hat alle Mama am Boden gefunden, da wir keine einzige von den Palmen herunter bekommen haben.)

  Versuch Kokosnüsse herunter schlagen einsamer Strandeinsamer Strand Pick-Up fahren

Später fuhren wir mit dem Pick-Up noch ein bisschen weiter den Strand entlang. Am Weg fanden wir einen eingezäunten Bereich, in dem Schildkröteneier vergraben sind um sie vor Wilderern und Tieren zu schützen. Natürlich blieben wir sofort stehen um zu schauen, ob vielleicht sogar Babys geschlüpft sind. Wir sahen zwei Babys. Eines war leider schon tot und das andere schien ziemlich schwach zu sein und bewegte sich nicht viel. Normalerweise schlüpfen aus einem Nest bis zu 90 Schildkrötenbabys. Entweder waren die zwei die ersten, oder die letzten die vergessen worden waren. Nachdem wir das lebende ein bisschen beobachteten, beschlossen wir es da raus zu holen. Ohne menschliche Hilfe kommen die Babys da ja nicht raus und es schaute nicht so aus, als würde da jemand kommen. Mama und ich standen Schmiere, während Christoph die, mit einer Eisenkette und einem nicht verschlossenen Schloß versehene, Türe aufmachte und das kleine Baby rausholte. Wir gingen zum Wasser und ließen es auf dem Strand frei. Normalerweise laufen die Babys wie verrückt Richtung Wasser. Dieses bewegte sich kaum. Also trugen wir es zum Wasser und Mama hielt es in der Hand, während die Wellen kamen. Langsam fing es an sich immer mehr zu bewegen und es versuchte zu schwimmen. Wir versuchten es immer wieder loszulassen und fingen es wieder auf, als die Wellen kamen und das Baby umher wirbelten. Nach einer Weile schwamm es. Es schien als käme es nicht durch die Wellen und Andi machte sich schon bereit, mit dem Kleinen weiter hinaus zu schwimmen und es dort frei zu lassen. Doch plötzlich war es weg. Es hat es doch geschafft weiter zu schwimmen. Wir können nur hoffen, dass es nicht zu schwach fürs Meer ist, aber wir haben auf jeden Fall unser Bestes getan.

Baby Schildkröte Rettungsversuch

Nach dem Einbruch und dem Kidnappen des Babys fuhren wir in ein Restaurant am Strand zum Essen. Danach fuhren wir in unser Häuschen und Christoph und Andi gingen schwimmen bevor wir noch eine Runde Karten spielten.

Heute morgen standen wir um 06.15 Uhr (!!) auf. Wir wollten nochmal zum Nationalpark und früh genug dran sein. Um circa 8 Uhr (irgendjemand hat seine Geldtasche nicht mehr gefunden, deshalb konnten wir erst ein bisschen später lostongue-out) waren wir am Nationalpark. Wir spazierten an der Seite von massenhaft vielen Touristen durch den Park. Natürlich verkriechen sich die Tiere bei so einem Tumult. Trotzdem sahen wir einen Waschbären, der sich direkt auf dem Gehweg setzte und sich nicht aus der Ruhe bringen ließ. Nach einer Weile kamen wir zu den wunderschönen Buchten des Parks. Die erste Bucht war so überloffen, man kam sich vor wie in einem Schwimmbad an einem heißen Sommertag. Die zweite war zum Glück noch nicht von vielen entdeckt worden und so hatten wir doch noch unsere Ruhe. Das Wasser war traumhaft warm, ohne große Wellen und glasklar. Ein kleines Paradies. Es dauerte auch nicht lange, bis 2 Waschbären kamen und schon irgendetwas, wahrscheinlich Essen, aus dem Rucksack zweier Leute stehlen wollten. Da wir von unserer Reise 2011 noch wussten, wie wiff diese Viecher sind, haben wir extra unsere Rucksäcke auf einen Baum gehängt.

Bucht Manuel Antonio Bucht Manuel Antonio
Später spazierten wir wieder Richtung Ausgang, vorbei bei der ersten Bucht mit den hunderten Touristen. Genau da sahen wir dann einen Affen. Wir wunderten uns schon, dass der alleine war, doch ein paar Bäume weiter sahen wir dann noch einige andere. Die Affen sind schon so an die Leute gewohnt. Die laufen ganz entspannt am Weg herum, wo die ganzen Leute stehen und natürlich Fotos machen. Wir waren total froh, doch Affen zu Gesicht bekommen zu haben. Ein paar Meter weiter "sahen" wir dann sogar noch ein Faultier. Ein Guide zeigte gerade einer Gruppe ein Faultier in einer Baumkrone. Mit viel Fantasie konnte man ein Fell erkennen, es hätten aber auch einfach ein paar Blätter sein können.

Nach dem Besuch im Nationalpark machten wir eine kurze Autofahrt zurück zu unserem Traumhaus, da irgendwer seinen Geldbeutel dort liegen gelassen hat und zum Glück mit dem ganzen Inahlt auch wieder bekommen hat. Am Rückweg stoppten wir bei einem richtig schönen Restaurant auf einem Felsen, von wo aus man einen super Ausblick über das Meer hatte. Danach fuhren wir wieder zu dem Strand vom Vortag um den Sonnenuntergang zu genießen. 

04Januar
2016

Traumhaus in Uvita

Nachdem wir uns gestern von Luisa und Fabi verabschiedet hatten fuhren Mama, Andi, Christoph und ich mit dem Auto nach Uvita.

Hier haben wir über Airbnb ein kleines Haus für 3 Tage gemietet. Mit 140 Euro pro Nacht (für das ganze Haus) ist das zwar eigentlich über unserem Budget, aber nach dem letzten Hostel dachten wir uns, wir gönnen uns was. Außerdem sollen Mama und Andi ja auch einen schönen Urlaub haben. Das Haus ist ausgestattet mit 3 Schlafzimmern, einem Bad, Wohnzimmer, Küche, Terrasse und eigenem, großen Pool.

unser Pool

Als wir ankamen, war niemand da um uns zu empfangen. Ein paar Ticos lagen am Pool und ich dachte im ersten Moment, dass meine Buchung nicht durchgegangen ist. Sie riefen gleich den Verwalter des Hauses, Gomer, an, der 30 Minuten später ankam. Er wusste nicht, dass wir kommen und hatte eigentlich seinen freien Tag. Anfangs war ich schon ein bisschen sauer, weil es noch dreckig von den Vorgängern war, doch Gomer war so herzlich und entschuldigte sich hundert mal. Er brachte uns gleich frische Bettwäsche und Handtücher und während wir heute am Strand waren, putzte er das ganze Haus und stellte uns sogar frische Blumen auf den Terrassentisch.

Wie schon erwähnt fuhren wir heute, nach einem sehr leckerem Frühstück (die Männer haben gestern Nutella gekauft), zum Strand. Als wir am Nachmittag zurück zu unserem Häuschen fuhren, grillten Andi und Christoph. Ein Tisch voll mit leckerem Grillzeug - besser gehts doch gar nicht.

Grillmeister grillen

Obwohl wir von zwei rießigen Monsterheuschrecken attakiert wurden (also eigentlich werde nur ich attakiert), genießen wir den warmen Abend auf unserer Terrasse, bzw. im Pool.

Monster

03Januar
2016

Strand, Silvester, Wasserfall und Party

An Silvester haben wir den Tag am Strand verbracht. Auch hier gibt es genügend schattenspendende Palmen. Im Meer sind allerdings größere Wellen als in Sámara. Mama findet es zwar ziemlich witzig durch die Wellen zu springen, doch mir sind sie eher etwas zu groß.
Abends waren wir dann essen und danach gings wieder zum Strand. Hier waren sehr viele Einheimische aus ganz Costa Rica, die mit ihren Autos zum Strand gefahren sind. Einige grillten, machten Lagerfeuer oder einfach Musik. Luisa und ich spazierten am Strand entlang um zu schauen, was die so alles aufgebaut haben. Später machten wir ganz traditionell Bleigießen und schon um halb 12 fingen einige mit dem Feuerwerk an. Um 12 gings dann richtig los. Wir wussten gar nicht in welche Richtung wir schauen sollten. Neben dem Feuerwerk flogen einige Himmelslaternen übers Meer. Auch wir ließen welche steigen.  
Später gingen wir dann noch in eine Bar und als Mama und Andi heim gingen, tanzten wir noch an einer Stranddisco für 30 Minuten, da diese dann zu machte. 

Unser Fazit für Silvester am Strand: super schön! Das könnte jedes Jahr so sein. Außerdem mussten wir beim Feuerwerk schauen nicht frieren.

Am nächsten Tag lieh Andi ein Auto für uns aus. Ein rießen Pick-Up mit Ladefläche. Nachmittags wollten wir dann zum Wasserfall. Wir wussten überhaupt nicht wohin und fragten immer wieder Leute. Anscheinend gibt es hier mehr als einen Wasserfall. Wir fuhren natürlich nicht zu dem in der Nähe, sondern zu einem sehr abgelegenen. Die Fahrt dauerte gut 1,5 Stunden. Allerdings machte mir das Fahren nichts aus, da ich, gemeinsam mit Mama, Luisa und Fabi, hinten auf der Ladefläche saß.

TiLu

Als wir endlich zu dem kleinen Wasserfall kamen, waren wir ein bisschen enttäuscht, da er nicht wirklich schön war. Nachdem Fabi aus gut 8 Metern ins Wasser sprang, fuhren wir auch schon bald wieder zurück.

Unterwegs stoppten wir bei einem kleinen Restaurant um zu essen. Als wir weiter fuhren, war es schon dunkel. Mama war natürlich zu kalt (bei 30°C) und setzte sich vorne rein. Auch Luisa und Fabi saßen vorne im Auto. So konnten Christoph und ich uns auf der Ladefläche ausbreiten und den klaren Sternenhimmel beobachten. 
Abends waren wir alle ziemlich müde. Fabi schlief schon als erstes und so gingen Luisa und ich noch ein bisschen shoppen. Als wir zurück kamen tranken wir noch ein Bier und dann gingen auch Luisa und Mama schlafen. Andi, Christoph und ich saßen noch bis 3 Uhr da und redeten.

Am nächsten Tag trafen wir uns um 8 Uhr zum Frühstück. Andi, Christoph und ich waren natürlich ziemlich müde. Tja, selber schuld. Nach dem Frühstück fuhren wir in den Nationalpark Carara, welcher nur 23 Kilometer von unserem Hostel entfernt ist. Wir spazierten durch und sahen leider fast gar nichts. Zwei mal sahen wir ein rießen Meerschweinchen (ich bin mir sicher, diese Tiere haben einen eigenen Namen, aber wir wissen alle nicht wie die heißen), einmal einen Affen und am Schluss ein Faultier. 
Danach brachten Mama und Andi uns vier zurück zum Hostel und sie fuhren weiter an einen anderen Strand.
Als Luisa und ich am Vorabend shoppen waren, bekamen wir einen Flyer von einem Partyboot in die Hand gedrückt. Der Typ erklärte uns, dass dieses Boot 100 USD (92 Euro) kosten würde, er es uns aber um 20 USD (18,40 Euro) gibt, da zu wenig Mädels am Boot sind. Nachdem wir das mit den Jungs abgeklärt hatten, beschlossen wir uns das nicht entgehen zu lassen. 20 USD für ein Partyboot mit Freigetränken und gratis Essen. Wir machten uns fertig und gingen um 15 Uhr zum Treffpunkt, wo uns ein Shuttle abholte. Der Shuttle brachte uns zu einem anderen Strand und dort fuhren wir mit einem kleinen Motorboot auf die Jacht. Mit der Jacht fuhren wir dann circa 30 Minuten zum Strand Punta Leona. Derselbe Strand, an dem zur gleichen Zeit auch Andi und Mama waren. Wir gingen allerdings nicht an Land, aber Mama erzählte mir, dass sie das Partyboot sahen und die Musik hörten. Luisa und ich hatten natürlich richtig Spaß am Boot und wir trauten uns sogar, wenn auch nur für 3 Minuten, ins Wasser. Als wir um 20.30 Uhr wieder zurück fuhren, wollten wir gar nicht mehr aussteigen. 
Wir fuhren mit dem Shuttle zurück nach Jacó und holten Christoph und Fabi im Hostel ab. Leider fanden wir nicht wirklich was, wo wir hin gehen konnten und so waren wir vor Mitternacht wieder zurück im Hostel. Auf dieser Jacht hatten Luisa und ich allerdings eine der besten Partys überhaupt!

Heute fahren Luisa und Fabi zurück nach Alajuela, da ihr Flieger morgen Früh zurück nach Deutschland geht. Am liebsten würde ich die zwei gar nicht mehr gehen lassen.

31Dezember
2015

Jacó

Gestern nach dem Frühstück gingen wir nochmal zur Krokodilsbrücke um die Krokodile mit Hähnchen, welches die Männer extra dafür gekauft hatten, zu füttern.

Um 12 Uhr fuhren wir dann mit einem Shuttle nach Jacó. Die Fahrt war eigentlich ganz gut, aber statt den versprochenen 3 Stunden, waren knapp 5 Stunden unterwegs. Dafür stoppten wir bei einer Brücke, an der wir wieder Krokodile sehen konnten. Dort waren allerdings viel mehr und größere Krokodile, als in Carillo.
Unser Hostel Coconuts ist leider nicht so schön. Für ein Zimmer ohne Bad zahlen wir hier pro Nacht 33 USD (. Das Hostel hat zwar einen Pool, aber die Zimmer sind eher älter und das Gemeinschaftsbad ziemlich klein. Wir hatten sogar schon überlegt umzuziehen, aber dann beschlossen wir, das Beste draus zu machen. Zumindest ist der Besitzer des Hostels sehr nett.

Abends gingen wir dann noch mexikanisch essen und recht früh schlafen, damit wir heute für die Silvesterfeier fit sind.

 

31Dezember
2015

Unsere Traumhochzeit

Am Dienstag durften wir unsere Traumhochzeit feiern. Es war einfach nur unbeschreiblich schön und trotz kleiner Pannen (Brautstrauß vergessen) war es einer der schönsten Tage unseres Lebens. 

Nach dem leckeren Essen (Hummer, Fischfilet, Schweinerippchen, Schrimpscocktail) fuhren wir nach Sámara um ein bisschen zu feiern.

29Dezember
2015

Der große Tag

Gestern fuhren wir mit dem Taxi von Sámara nach Carillo. Wir checkten im La Tropicale ein. Hier hat jedes Pärchen einen eigenen Bungalow mit Terrasse, Bad und kleiner Küche. Die Bungalows liegen mitten im Dschungel und 5 Gehminuten vom wunderschönen Strand entfernt.

Am Nachmittag gingen wir zu einer Brücke, unter der ein Fluss ins Meer fließt. Hier sahen wir 3 Krokodile. Es ist schon ein bisschen gefährlich, dass sich 50 Meter weiter die Leute am Strand sonnen und Kinder sogar am Ende dieses Flusses schwimmen. 

Abends waren wir noch alle gemeinsam essen, bevor sich Männer und Frauen trennten. Ganz traditionell wollten Christoph und ich die Nacht vor der Hochzeit nicht gemeinsam verbringen. Mama, Luisa und ich saßen auf der Terrasse und gingen nicht zu spät schlafen, da wir alle recht müde waren.
Heute morgen nach dem Frühstück gingen Mama, Luisa und ich erst mal im Meer schwimmen. So kann der Hochzeitstag beginnen. Danach lackierte mir Mama die Nägel und drehte meine Nassen Haare zu einem Dutt, damit sie später schön lockig sind. Um 12 Uhr fuhren wir mit Sylvia, meiner Hochzeitsplanerin, am Strand entlang und suchten einen schönen Platz für die Zeremonie. In einer Stunde fangen wir an uns herzurichten und Frisuren auszuprobieren.

Dann geht es bald los...... 

27Dezember
2015

Playa Samará

Als wir in Alajuela ankamen, suchten wir ein Spielzeug Geschäft und kauften 3 rießen Säcke voller Spielzeug, mit dem wir dann in das Kinderheim "El niño con cariño" fuhren. Luisa hatte die Idee, armen Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu bereiten. Beim Spielsachen aussuchen wurden wir selbst wieder zu Kindern und suchten voller Freude nach Sachen, mit denen wir dann am liebsten selbst gespielt hätten. Ohne Anmeldung fuhren wir dann in das Kinderheim und wurden von den dort arbeitenden Nonnen herzlich empfangen. Wir bekamen eine Führung durch das Heim und am Schluss schenkten sie uns noch 2 Säcke voller Kuchen, welche sie von einer Bäckerei gespendet bekommen hatten. (Insgesamt hatten sie um die 50 Säcke, also wir haben den Kindern keinen Kuchen weggegessen.)

Um 22.30 Uhr holten wir endlich Mama und Andi vom Flughafen ab und brachten sie in das Hostel Cortez Azul, in welchem wir bei Luisas und Fabis Ankunft schon mal waren. Danach tranken wir noch ein Bier und dann gingen die beiden erschöpft schlafen.

endlich wieder vereint

Am nächsten Tag um 9 Uhr holte uns unser privater Shuttle direkt vom Hostel ab um uns nach Samará zu bringen. Im Shuttle hörten wir erst mal Weihnachtsmusik um uns in Stimmung zu bringen. 5 entspannte Stunden später kamen wir in Samará an. Hier schlafen wir in einem Appartement "La Carambola" für 130 USD (118,55 Euro) pro Nacht. Im Appartement haben wir unseren eigenen Garten, eine Küche, zwei Doppelzimmer, zwei Bäder und ein Bett in der Küche in welchem Christoph und ich schlafen. 

Nachdem wir uns ein bisschen eingerichtet hatten, gingen wir gleich zum wunderschönen Strand. Das Wasser ist so warm, dass sogar Mama ohne Probleme schwimmen gehen kann. 

Weihnachten am Strand

Abends schmückten wir eine kleine Palme in unserem Garten mit Armreifen und legten Geschenke wie Bier, Feuerzeug und Schokolade darunter. Für Christoph und mich war ein Paket mit Omas Lebkuchen drunter. Dann sangen wir Weihnachtslieder und machten die Bescherung. Später gingen wir in ein sehr leckeres (und auch teures) Restaurant essen und danach noch einen Cocktail am Strand trinken. Ich bin so froh, Weihnachten nicht in irgendeinem Hostel allein mit Christoph verbracht zu haben. So hatten wir zumindest ein kleines Stück Heimat bei uns.

 

Als Christoph und ich am nächsten Tag aufstanden, hatten Andi und Mama schon den Tisch gedeckt und fürs Frühstück eingekauft. Nach dem leckeren Frühstück verbrachten wir den restlichen Tag am Strand.

Strand in Samara Andi und Mama

Auch die nächsten zwei Tage verbrachten wir am Strand. Gestern ließen wir uns mit einem kleinen Boot zu einer nahegelegenen Insel führen, die wir uns zuerst noch mit ein paar Leuten teilten, dann aber komplett für uns allein, mit Ausnahme von drei Waschbären, hatten. Andi, Mama, Fabi und Christoph gingen ein bisschen schnorcheln. Luisa und ich sonnten uns lieber und gruben mich im Sand ein. 

Waschbär Insel Andi mit Waschbär

Heute spazierten wir abends ein bisschen Richtung Carillo, weil wir Krokodile sehen wollten. Leider erfuhren wir, dass die Krokodile nur in Carillo selbst sind, was 4 Kilometer weit weg ist. So schauten wir uns den Sonnenuntergang an und gingen wieder zurück. Am Strand tranken Mama, Andi, Christoph und ich noch ein Bier, während Luisa und Fabi fürs Abendessen einkauften.

Morgen geht es weiter nach Carillo. Übermorgen wird geheiratet. Langsam liegen die Nerven blank. Aber das gehört ja auch dazu.

25Dezember
2015

Feliz Navidad

Frohe Weihnachten!!!!

24Dezember
2015

Puerto Viejo de Talamancia

Um 8 Uhr starteten wir unsere Reise in Barrio Jesús und um kurz nach 17 Uhr waren wir endlich da.
Wir gingen gleich ins "Pura Vida Hotel", da wir dort auch 2011 schon mal waren und in Erinnerung hatten, dass es dort richtig schön war. Für ein Vierer Zimmer mit Bad zahlten wir 17,50 USD (15,95 Euro) pro Person. Das Hostel war noch gleich schön wie vor 4 Jahren. Auf Grund des doch recht teuren Preises sahen wir aber keinen einzigen Backpacker.
Nach einer warmen Dusche gingen wir ins "Flip Flop". Auch ein Restaurant, in dem wir 2011 schon waren. Das Restaurant hat sich ziemlich verändert. Es ist ungefähr doppelt so groß geworden. Außerdem bediente uns 2011 noch die (deutsche) Besitzerin, die wir diesmal gar nicht sahen.
Nach dem leckeren Essen gingen wir zu den Strandbars. Später entschieden sich die Jungs noch dafür schwimmen zu gehen und Christoph zog sich gleich einen Kratzer zu, beim Versuch einen Köpfler in Kniehohes Wasser zu machen. Der Kratzer war nicht so schlimm, viel lustiger war, als er auftauchte, aufstand und ohne Hose bis zu den Knien im Wasser stand, da seine Unterhose bei den Knöcheln war.
Nachdem wir ihn alle ziemlich ausgelacht hatten, gingen wir zurück ins Hostel.
Am nächsten Tag zogen wir in ein günstigeres Hostel. Im Puerto Viejo Hostel zahlten wir für ein Vierer Zimmer mit Gemeinschaftsbad 12 USD (10,95 Euro) pro Person.
Nach dem wirklich anstrengendem Umzug (irgendwer muss uns was in eines der 10 Bier oder den Tequilla getan haben) gingen wir frühstücken und danach spazierten wir 20 Minuten zu einem schönen Strand. Nachdem wir ein bisschen im Wasser waren und Karten gespielt hatten, fing es leider an zu regnen und wir machten uns auf den Rückweg zum Hostel. 2 Minuten später regnete es schon so fest, dass wir alle ausschauten, als hätten wir uns mit Kleidung und Rucksäcken unter die Dusche gestellt. Als wir endlich im Hostel waren, gingen wir gleich warm  duschen. (Ja, es gab warme Duschen)
Danach machten Luisa und ich uns mit Regenschirmen bewaffnet auf den Weg zum Supermarkt. Nach dem Einkauf kochten wir auch noch Spaghetti Carbonara, dafür durften die Jungs sich um den Abwasch kümmern.
Den Abend verbrachten wir wegen dem Regen im Hostel.
Am nächsten Tag regnete es wieder und wir spielten erst mal eine Runde Karten nach dem Frühstück. Nachmittags hörte der Regen auf und wir konnten wieder zum Strand gehen. Diesmal waren wir an einem anderen mit schwarzem Sand.

Wie man sich vorstellen kann, hat Luisa den Schneemann gebaut - meiner wollte einfach nicht!

Abends gingen wir dann essen und bekamen ein ziemliches Programm geboten. Eine turnte am Seil, eine machte Bauchtanz, einer jonglierte am Einrad mit Macheten und eine machte einer Feuershow und schmiss versehentlich einen Reifen mit Feuer zu den Zuschauern. (Es ist zum Glück nichts passiert.)

Am Dienstag packten wir dann unsere Rucksäcke und wollten um 11 Uhr mit dem Bus nach Alajuela fahren. Am Weg zum Frühstück schien die Sonne und wir beschlossen einen Tag länger zu bleiben und noch einen Strandtag zu machen. Als Luisa und ich uns für den Strand umziehen wollten, fing es an zu regnen. Davon ließen wir uns die Laune nicht verderben und besuchten das Jaguar Wildlife Refuge. (Auch dort waren wir 2011 schon mal.) Hier werden kranke oder verletzte Wildtiere aufgepäppelt und dann, wenn möglich, wieder frei gelassen. Der Eintritt mit Führung kostete uns 18 USD (16,40 Euro) pro Person. Da das eine non-profit Organisation ist und der gesamte Erlös den Tieren zugute kommt, tut es nicht ganz so weh, so viel zu zahlen.
Nach der 2-stündigen Tour blinzelte die Sonne durch die Wolken und wir gingen doch noch zum Strand. Luisa und ich schliefen erst mal ein bisschen, während die Jungs sich auf die Suche nach Kokosnüssen machten. Als sie zurück kamen, ließen wir uns das Kokosnuss Wasser schmecken und stürzten uns dann in die rießigen Wellen.
Am Heimweg zum Hostel sahen wir dann noch ein Faultier in einem Baum schlafen und ein paar Affen rumturnen.
Abends gingen wir dann nochmal essen.


Heute wollten wir eigentlich mit dem Bus um 07.30 Uhr fahren. Der Ticketverkäufer machte uns mit seiner Aussage, dass der Bus bereits voll ist, einen Strich durch die Rechnung. So kauften wir uns Tickets für den Bus um 9 Uhr und gingen nochmal lecker frühstücken.

Es ist einfach nur schön, Luisa und Fabi hier zu haben. Leute, die einen kennen und mit denen man über Gott und die Welt philosophieren kann. Es ist so, als hätten wir sie gestern das letzte mal gesehen. Das macht eine wahre Freundschaft aus.
Noch dazu sind die beiden total unkompliziert was Essen, Hostels, Busse oder Ausflüge angeht.

Heute Abend holen wir Mama und Andi vom Flughafen ab. Ich kanns kaum erwarten meine Mama nach über 4 Monaten wieder zu sehen! So lange waren wir noch nie getrennt.

24Dezember
2015

Barrio Jesús mit Luisa und Fabi

Am Donnerstag fuhren wir um 05.15 Uhr mit dem Bus zum Flughafen um unsere Trauzeugen abzuholen, welche um 05.30 landen sollten. Angekommen am Flughafen sahen wir auf einem Bildschirm "Frankfurt-San José 08.30 Uhr". Wir waren uns nicht sicher, ob damit wirklich ihr Flug gemeint war. Um 6 Uhr stand dann plötzlich "Frankfurt-San José 08.00 Uhr". Ok, sie haben wohl wirklich Verspätung. Da wir glaubten, es würde sich nicht rentieren nochmal die viertel Stunde zurück zum Hostel zu fahren (also eigentlich glaubte das nur Christoph), warteten wir einfach am Flughafen. Als um kurz nach 7 endlich ein paar Restaurants öffneten, waren wir schon halb verhungert.
Um 07.50 Uhr war es endlich soweit "Frankfurt: Flugzeug gelandet". Die Nervosität ließ sich kaum mehr aushalten. In ein paar Minuten würden endlich Luisa und Fabi raus spazieren. Eine knappe halbe Stunde später waren sie dann endlich da. Nach dem ganz normalen Wahnsinn der Wiedersehensfreude fuhren wir mit dem Bus nach Alajuela um unser Gepäck abzuholen. Danach fuhren wir nach Barrio Jesús. Hier wollten wir eigentlich ins "Malibu" (die Bar in der wir 2011 immer waren), doch das war geschlossen. So beschlossen wir erst mal unsere ehemalige Sprachschule zu besuchen. Wir wurden herzlich empfangen und durften uns ein bisschen umschaun. Viel hat sich zwar nicht verändert, allerdings sind zur Zeit fast keine Schüler dort, da es irgendein Problem mit einer Organisation aus Deutschland gibt. Nachdem wir mit dem Besitzer der Sprachschule noch ein Foto gemacht hatten, wollten wir nochmal unser Glück im Malibu versuchen und spazierten mit unseren Rucksäcken die knapp 10 Minuten zur Bar. (10 Minuten sind zwar nicht weit, aber mit einem schweren Rucksack kommt einem das wie eine Bergwanderung vor!)
Das Malibu war immer noch geschlossen und Luisas Gastschwester, bei der wir schlafen würden, war noch nicht Zuhause. So blieb uns nichts anderes übrig, als uns im Supermarkt Bier zu kaufen und uns davor auf den Boden zu setzen. (In Barrio Jesús gibt es nichts außer eben das Malibu, die Sprachschule und den Supermarkt.) Aber wer braucht schon eine Bar, wenn der Supermarkt auch Bier verkauft? Naja, wir jedenfalls nicht. 2 Stunden später durften wir sogar die Toilette im Supermarkt benutzen. Danach gingen wir zu Luisas ehemaligen Gastschwester. Nach einer herzlichen Begrüßung gingen Christoph und ich ins Nebenhaus, wo die andere Gastschwester lebt, und brachten erst mal unsere Sachen ins Zimmer. Unsere Gastfamilie hat über Weihnachten Besuch von Verwandten und keinen Platz für uns. Deshalb durften wir bei Luisas zweiter Gastschwester schlafen. Am Abend gab es dann wirklich leckeres Essen und danach wollten wir (wieder) ins Malibu. Es war immer noch geschlossen. So fuhren wir mit Luisas Gastschwester nach Santa Barbara in eine Bar und schauten uns ein Fußballspiel an. Langsam wurde Luisa auch ziemlich müde von der Reise und der ganzen Aufregung. Deshalb fuhren wir nach einem Bier wieder "heim" und gingen schlafen.
Am nächsten Tag gab es sehr leckere Frühstück Burritos und Gallo Pinto bevor wir unsere Reise an die Karibik antraten.

16Dezember
2015

Vorfreude in Alajuela

Heute gings zurück nach Alajuela. Wir schlafen in einem Hostel in der Nähe des Flughafens, da wir morgen um 05.30 Uhr (mitten in der Nacht!) Luisa und Fabi vom Flughafen abholen. 

Für das Hotel Cortez Azul zahlen wir 16.000 Colon (27,80 Euro) für ein Privatzimmer mit eigenem Bad. 

Wahnsinn... morgen sind sie schon da. Wir haben so viel darüber geredet und jetzt freuen wir uns einfach nur, dass wir sie morgen in die Arme schließen können.

Das macht uns wieder mal bewusst, wie schnell die letzten 4 Monate vergangen sind.

16Dezember
2015

Ausflug ins Studentenwohnheim in Turrialba

Am Samstag fuhren wir also leicht verkatert mit dem Bus von San Josè nach Turrialba um Marilyn, welche wir auch 2011 im Tierprojekt kennengelernt hatten, zu besuchen. Marilyn ist immer noch genau so liebenswert verrückt wie vor 4 Jahren mit dem einzigen Unterschied, dass sie jetzt im fünften Monat schwanger ist.

Wir haben auch mit ihr über das "Karenzmodell" in Costa Rica geredet. Ein Karenzmodell in dem Sinn gibt es hier nicht. Frauen arbeiten bis zur Entbindung und es gibt ein paar Arbeitgeber, welche den Frauen dann erlauben, 2-3 Monate zu Hause zu bleiben. Bei anderen Arbeitgebern müssen die Frauen sofort wieder arbeiten gehen.
Wie gesagt, Costa Rica ist sehr viel fortgeschrittener als die vorigen Ländern, die wir besucht haben. Trotzdem ist der Unterschied zu Österreich enorm. Kindergeld, Arbeitslosengeld, Pension? Kennen die hier einfach nicht.

Marilyn wohnt gemeinsam mit ihrem Freund Allan in einer kleinen Wohnung in einem Studentenwohnheim. Das Wohnheim namens CATIE ist ein bisschen außerhalb von Turrialba, mitten im Nirgendwo. Freunde von Marilyn sind im Moment in Guatemala und deshalb durften wir in deren Wohnung übernachten.

Studenten Wohnheim
Als wir ankamen, zeigten Marilyn und Allan uns erst mal den riesigen Komplex. Es gibt sogar einen Teich und einen botanischen Garten dort.
Nach dem Abendessen wollten wir noch in die Stadt fahren um ein paar Bier zu trinken. Christoph und ich gingen nochmal in "unser" Haus um uns umzuziehen und als ich wieder raus gehen wollte, knickste ich mit dem Fuß um und fiel eine Treppe runter. An dem Abend haben Allan und Christoph also Bier geholt und ich bin nirgends mehr hin gefahren.
Am nächsten Morgen trafen wir uns bei Marilyn und Allan zum Frühstück und danach wollten wir zu einem Fluss fahren, wo man ein bisschen durch den Dschungel wandern kann. Da mein Fuß immer noch tierisch weh tat und ziemlich geschwollen war, führte uns der erste Weg zur Apotheke. Der Arzt in der Apotheke wollte mir gleich eine Spritze und Medikamente geben. Da ich das wehement verneinte, verließen wir die Apotheke mit einer Salbe und einem Verband. Ich lass mir doch keine Spritze geben, wenn ich mir den Knöchel verstauche!!
Da ich den anderen nicht den Spaß verderben wollte, fuhren wir dann trotzdem zum Fluss. Wir gingen über eine ziemlich schwindlige Hängebrücke und wanderten durch den Dschungel. Hätte mir mein Fuß nicht so weh getan, hätte ich es mehr genießen können. Trotzdem war es wirklich schön und lustig und Marilyn und Allan, die zwei verrückten, gingen dann noch im eiskalten Fluss schwimmen. Keine 10 Pferde hätten mich da rein gebracht!


Am nächsten Tag musste Allan arbeiten und auch Marilyn musste an einer  Arbeit, welche sie am Freitag abgeben muss, arbeiten. So gingen Christoph und ich zu ihnen Mittagessen und danach fuhren wir in die Stadt zum Bummeln. Da mir mein Fuß noch nicht genug weh tat, beschlossen wir zu Fuß zurück nach CATIE zu spazieren. Wir waren gut eine Stunde unterwegs und mein Fuß dankte es mir, in dem er noch mehr anschwoll. Naja, selber Schuld! Abends fuhren wir dann mit Marilyn und Allan nochmal in die Stadt zum Essen. Das Essen war zwar richtig schlecht, dafür war aber die Gesellschaft gut.
Am nächsten Tag mussten wieder beide arbeiten und so machten Christoph und ich einen Faultag und schauten uns auf dem Handy auf YouTube meinen Lieblingsfilm "Santa Clause" an. Am Abend aßen wir nochmal mit den beiden und Allan zeigte uns seine Sammlung aus Geldscheinen von verschiedenen Ländern. Am Ende schenkte er uns noch einen alten Schein von Costa Rica. Nach einer ziemlich lustigen Fotosession (wir wollten unbedingt ein nettes Foto von uns vier) gingen wir schlafen.

13Dezember
2015

Ein Tag voller Luxus in Escazu

Gestern Vormittag fuhren wir nach Heredia. Dort trafen wir uns mit Ismael, den wir 2011 im Projekt für Tiere kennengelernt hatten. Er fuhr mit uns mit dem Bus nach San Jose und von dort aus mit einem Taxi in das "Reichenviertel" Escazu. Ismael hat vor ein paar Monaten im Internet den reichen Ami Robert kennengelernt. Robert ist 50 Jahre alt, vor kurzem nach Costa Rica gezogen und Ismaels fester Freund. Als wir die Wohnanlage, wo neben Robert und Ismael auch Abgeordnete und Regierungsmitglieder wohnen, betraten, mussten wir erst mal dem persönlichen Security unsere Namen nennen. In der Wohnanlage befindet sich ein Saunabereich und ein Fitnessraum. Angekommen in Roberts Wohnung verschlug es uns die Sprache. Selbst für österreichische Verhältnisse ist das Luxus pur. Als sie uns unser Zimmer zeigten, mussten wir beim Anblick des großen Kingsize Bettes grinsen. Die Wohnung hat 2 Bäder und in der Dusche gibt es heißes (!!!) Wasser.
Nachdem wir uns ein bisschen unterhalten hatten, gingen wir Mittagessen. In diesem Restaurant bekamen wir sogar in kleinen Gläsern verschiedene Biersorten zum probieren. Beim Anblick der Preise auf der Speisekarte wurde uns dann endgültig klar, dass wir uns das hier nicht leisten können. Wie entschieden uns trotzdem ein Ceviche zu essen und dafür das Abendessen ausfallen zu lassen. Die Portion war allerdings so klein, dass nicht mal ein Kleinkind genug gehabt hätte. Dafür hat es geschmeckt, als wären wir im Himmel. Als die Rechnung kam, hatten wir keine Chance unser Essen selbst zu bezahlen. Robert übernahm die komplette Rechnung und weigerte sich Geld anzunehmen.
Als nächstes gingen wir ins Casino. Für einen Augenblick hatte ich das Gefühl in Las Vegas zu sein. Ich kam mir ziemlich  schmuddelig vor, mit meinem H&M Shirt und meinen, inzwischen ausgelatschten, Sneakers. Die 4 Getränke für umgerechnet 30 Euro schockierten Robert kein bisschen. Er bezahlte alles wie selbstverständlich und legte noch 5 Euro Trinkgeld drauf. Auch die nächsten Runden gingen auf ihn, obwohl wir protestierten.  Danach kaufte er ein paar Cetons und wir spielten Roulette. Ismael setzte gleich bei der ersten Runde auf die richtige Zahl und gewann über 100 Euro.  Nachdem wir fertig gespielt hatten, fuhren wir in eine Sportbar und aßen typisch amerikanische Chicken Wings begleitet von Bier. Ich denke es ist überflüssig zu erwähnen, dass wir auch dafür nichts gezahlt haben. Später fuhren wir wieder in ihre Wohnung zurück und Robert, Christoph und ich schauten uns mit einem rießen Eisbecher in der Hand eine Serie mit Eva Longoria an, während Ismael Lachs mit Gemüse kochte. Nach dem leckeren Abendessen war Christoph und mir so schlecht, dass wir am liebsten geschlafen hätten. Doch wir mussten uns schick machen zum Ausgehen. Das erste mal seit 4 Monaten schminkte ich mich wieder und suchte das schönste Top raus, das ich dabei hatte. Nachdem der hauseigene Security ein Taxi bestellt hatte, ging es erst mal zu Starbucks auf einen Kaffee. Danach fuhren wir in die Schwulen- und Lesbendisco "El Teatro". Die 10 Euro Eintritt pro Person durften wir auch nicht selbst bezahlen. Da hier noch nicht so viel los war zogen wir weiter. Wir endeten in einem Stripclub für Schwule. Ich war die einzige Frau drinnen und Christoph traute sich nicht mal gerade aus schauen, da ihm ständig zugezwinkert wurde. Dort hatten wir es ziemlich lustig und beobachteten die Leute. Plötzlich standen 10 nackte junge Männer auf der Bühne und tanzten. Das hat uns so geschockt, dass wir erst mal was trinken mussten. Verständlicherweise fühlte Christoph sich nicht ganz wohl. Wir gingen also zurück ins El Teatro und sahen uns eine Drag Queen Show an. Nachdem wir noch ein bisschen getanzt hatten, gings mit dem Taxi heim.
Ich saß noch eine Weile mit Ismael auf der Terrasse bevor ich in das super bequeme Bett fiel.
Heute morgen gingen wir frühstücken  (auch von Robert bezahlt) und danach brachten sie uns mit Roberts neuem Auto zum Bus.

Alles in allem war es ein super lustiger Tag. Wir fühlten uns zwar ein bisschen schlecht, dass Robert alles bezahlte, doch er versicherte uns, dass er das gern macht. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob Ismael mit ihm nicht nur wegen des Geldes zusammen ist. Er hat mir zwar gesagt, dass es nicht so ist, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Für uns war das schon alles Luxus, wie ist es dann erst für Ismael, der in einer ärmlichen Familie aufgewachsen ist..

El Teatro beim Essen Stripbar

 

 

11Dezember
2015

Paseo de las flores und City Mall

Am Dienstag Abend hatten wir einen der besten Abende der gesamten Reise. Wir gingen mit Josè, unserem Gastbruder, zu Chela, unserer Gastschwester. Dort kamen dann noch 2 Freunde von José und Chelas Ehemann. Wir hatten total viel Spaß und einfach eine super Zeit.

Gestern hat es fast den ganzen Tag geregnet. Ich glaube irgendwer hat vergessen Costa Rica darüber zu informieren, dass die Regenzeit vorbei ist. Als es endlich aufhörte, fuhren wir zur Einkaufsmall "Paseo de las flores" in Heredia. Wir wollten einfach ein bisschen durch bummeln und kamen, auf Grund der Weihnachtsdekoration, endlich in Weihnachtsstimmung. Als wir dann noch Santa Clause sahen, war ich hin und weg. Kleine Kinder standen in einer Reihe an um sich auf seinen Schoß zu setzen und alle strahlten bis über beide Ohren.

Weihnachtsdekoration Santa Clause

Nachdem wir ein paar Donuts für unsere Gastfamilie gekauft hatten, fuhren wir, Weihnachtslieder summend, heim. Dort wartete natürlich schon wieder ein rießen Teller Essen auf uns. Über die Donuts haben sie sich sehr gefreut.

Heute fuhren wir zur City Mall nach Alajuela. José hat uns empfohlen dort hin zu fahren, da das die größte Mall in Costa Rica ist. Die Mall ist noch eine halbe Baustelle und hat erst vor kurzem eröffnet. Als wir rein gingen verschlug es uns die Sprache. Sowas haben wir noch nie gesehen. Auf 5 Stockwerken findet man alles was man braucht und auch einiges was man weniger braucht. Und überall Weihnachtsdekoration. Leider haben wir keinen Santa Clause, dafür aber ein, meiner Meinung nach etwas unheimliches, Rentier gesehen. Neben einem riesigen Essensbereich mit 26 verschiedenen Fast-Food Restaurants findet man auch eine überdimensional große Spielehalle mit kleinem Vergnügungspark für Kinder. Außerdem gibt es ein großes Kino und gefühlte 100 Eisstände verteilt am ganzen Gelände. Im Außenbereich gibt es sogar eine künstliche Schneelandschaft und eine kleine Erhöhung wo man runter rodeln kann. (Leider haben wir davon auf Grund des Regens keine Fotos)

Weihnachtsdekoration ein Teil der Mall Essensbereich mehr Weihnachtsdekoration Vergnügungspark Vergnügungspark Kino


Natürlich mussten wir ein Fast-Food Restaurant ausprobieren und entschieden uns für "Taco Bell" da wir uns zu erinnern glaubten, dass es uns 2011 geschmeckt hat. (Taco Bell gibt es überall in Costa Rica) Als wir für 4 Tacos und 2 Pepsi umgerechnet 13 Euro zahlten, wurde uns schon das erste mal schlecht. Das zweite mal wurde uns beim Essen schlecht. Mit Tacos hat das wenig zu tun. Fettig, salzig... aber was erwartet man sich auch von einem Fast-Food Restaurant?

Später wollten wir uns noch ein Wasser kaufen, aber 500 ml für 1000 Colon (1,75 Euro) waren uns dann doch zu viel.
Vor allem in der Weihnachts Abteilung eines Möbelgeschäftes ist der Kaufrausch mit mir durchgegangen und ich wollte einfach alles haben. Dadurch, dass ich Christoph dabei hatte, verließen wir die Mall jedoch nur mit 2 Trinkflaschen für je 1990 Colon  (3,50 Euro).
Das krasse ist, dass gleich neben dieser Mall Wellblechhäuser stehen. Ich kann mir auch nicht wirklich erklären, wie die Einheimischen sich das leisten können. Man findet nämlich fast ausschließlich Markengeschäfte mit teurer Kleidung und das Essen ist auch alles andere als billig.

08Dezember
2015

Hola Costa Rica

Grenze Grenze

Wir sind am Ziel angekommen. Costa Rica. Das Land, in dem wir vor 4 Jahren 3 wunderbare Monate verbracht haben. Das Land, mit deren Geschichten wir regelmäßig Freunde und Familie nerven. Das Land, in das wir uns so verliebt haben, dass wir hier in 21 Tagen heiraten werden.

Den letzten Tag in Nicaragua haben wir am Strand verbracht. Ich hab sogar ein ganzes Buch gelesen. (Passagier 23 von Sebastian Fitzek - sehr zu empfehlen) Am Abend waren wir dann nochmal richtig gute (und teure) Nachos essen.
Gestern morgen sind wir um 7 Uhr zur Bushaltestelle gegangen.

Weg zum Bus Bushaltestelle
Um 7.30 Uhr kam der Bus, welcher 2 Stunden bis nach Rivas brauchte. Am Weg nach Rivas kamen wir nochmal an einer richtig armen Gegend vorbei. Wellblechhäuser, Häuser, die nur aus Planen bestehen, Schmutz, Gestank und davor Kinder im Dreck spielen. Ja, wir haben schon so einiges gesehen, aber das hat mich nochmal richtig geschockt und nachdenklich gemacht. Fotos haben wir aus Respekt keine gemacht.
In Rivas stiegen wir um und fuhren eine Stunde an die Grenze. Die Grenze konnten wir ohne Probleme überqueren, auch wenn wir zuerst beim Ausreiseschalter von Costa Rica anstanden und 7 USD (6,43 Euro) Ausreisegebühr bezahlten, welche wir bei der Einreise natürlich nicht bezahlen hätten müssen und auch nicht mehr zurück bekamen. Wir haben 2 mal nachgefragt ob wir das bei der Einreise zahlen müssen und ob wir richtig sind. Naja, Pech für uns.
Zum Glück ließen die Beamten bei der Einreise unser Fake Flugticket gelten. Ohne dieses Ticket, hätten wir uns ein Busticket raus aus Nicaragua kaufen müssen.
Hinter der Grenze kauften wir uns ein Busticket nach San Jose für 9 USD (8,30 Euro) pro Person. Eigentlich wollten wir mit den Colon, welche wir von 2011 noch übrig hatten, bezahlen, doch leider wurden neue Scheine gedruckt und unsere alten sind wertlos.
Während der Busfahrt schaute ich die ganze Zeit aus dem Fenster und sah schon vom Bus aus den Unterschied zu den vorigen Ländern. Klar gibt es auch Wellblechhäuser und Armut, aber viel weniger. Ich sah große Häuser, gepflegte Gärten und Leute, die westliche Kleidung trugen. Außerdem gibt es hier viel mehr westliche Gesichter. Hier fällt man als Tourist auch nicht so auf. Der größte Unterschied zwischen uns und den Einheimischen in den vorigen Stand war, neben der Hautfarbe, die Kleidung. Hier in Costa Rica sehe ich das erste mal wieder Kleidung, die auch ich zuhause anziehen würde. Es ist ganz witzig, wie anders ich Costa Rica vor 4 Jahren wahrgenommen habe. Damals hatte ich das Gefühl, dass das Land ziemlich arm ist und heute sehe ich wie reich das Land in Mittelamerika ist. Natürlich ist es nicht mit Europa vergleichbar, aber trotzdem sieht man den Reichtum im Gegensatz zu den anderen Ländern deutlich.
Nach über 7 Stunden kamen wir endlich in San José an. Es war schon längst dunkel und wir waren schon über 10 Stunden unterwegs. Deshalb entschieden wir uns für ein Taxi nach Barrio Jesus zur Gastfamilie, bei der wir 2011 gelebt haben. Als wir endlich ankamen, wurden wir herzlich empfangen und aßen mit allen gemeinsam Abendessen. Mit dem Essen haben sie extra auf uns gewartet. Nach dem Essen gingen wir duschen und dann noch ins "Malibu" (eine Bar in der wir 2011 immer waren) ein Bier mit unserem Gastbruder trinken.

Haus der GastfamilieMalibu wa3 der alte Name
Danach fielen wir überglücklich in das bequeme Bett und schauten uns noch "Madagaskar" an bevor wir erschöpft einschliefen.
Das war die beste Nacht seit langem und als wir aufstanden, wartete schon Frühstück auf uns. Vollgestopft machten wir uns auf den Weg in das nächste Dorf Santa Barbara.

Weg nach Santa Barbara Weg nach Santa Barbara
Es ist total schön, wieder hier zu sein und die Sachen zu machen, die wir vor 4 Jahren immer gemacht haben. In Santa Barbara kauften wir als erstes einen neuen Akku für Christophs Handy. Der, den wir in Mexiko gekauft hatten, ist auch schon wieder kaputt. Danach schauten wir uns im Supermarkt um und dann spazierten wir wieder zurück. Angekommen bei unserer Tica Familie gab es schon wieder Mittagessen mit einem rießen Eisbecher als Nachspeise. Sie sind so herzlich und wollen uns alles recht machen.
Jetzt liegen wir gerade richtig vollgefressen im Bett und machen eine kleine siesta. Wenn wir zu lange hier
bleiben, muss ich mir mein Brautkleid nochmal in XL bestellen. In 1,5 Stunden fährt der Gastbruder mit uns zur Gastschwester, die inzwischen ausgezogen ist. Dort verbringen wir dann einen sicher netten Abend (hoffentlich ohne noch mehr Essen).

05Dezember
2015

Playa Gigante

Den Mittwoch haben wir mit Karten spielen im Hostel verbracht. Am Abend haben wir dann eine Vogelspinne, welche 1 Meter bei uns vorbei gekrabbelt ist, gesehen. (Foto folgt)

Am Donnerstag früh haben wir spontan entschieden doch noch ein paar Tage am Strand in Nicaragua zu verbringen bevor wir nach Costa Rica fahren. 

Am Vormittag fuhren wir mit dem Motorrad noch den Teil der Insel ab, den wir noch nicht gesehen hatten. Wir fuhren auf Schotterstraßen entlang weg von der Zivilisation. Hier gab es nur hier und dort ein kleines Häusschen und sonst nichts. Ich hatte den Eindruck, als würden hier die ärmeren Leute der Insel wohnen. Wir konnten maximal 30 Km/h fahren, da immer wieder große Steine im Weg lagen und überall Schlaglöcher waren. Nach knapp 1,5 Stunden waren wir heilfroh als wir wieder in die Zivilisation mit guten Straßen kamen. Dann gingen wir noch am Strand frühstücken und danach mussten wir uns eh schon auf den Weg zum Hafen machen.

wir Aussicht beim Frühstück

Wir wollten die Fähre um 14 Uhr erwischen und so gaben wir das Motorrad um 13.30 Uhr zurück, damit wir keinen Stress haben. Erst nachdem wir das Motorrad zurück gegeben hatten, sagte man uns, dass die Fähre, welche um 14 Uhr fahren sollte, kaputt sei und wir auf diese um 15 Uhr warten müssten. Na toll.. wir ahnten schon, dass wir den Bus zum Strand verpassen würden. Wir gingen noch ein Cola trinken und da fiel mir ein, dass ich mein Strandhandtuch im Hostel vergessen hatte. Dieses Handtuch hatte ich mir 2011 in Costa Rica gekauft und es ist auf der Reise fast jeden Tag im Einsatz. Zu spät. Zurück fahren konnten wir nicht mehr, da wir das Motorrad schon zurück gegeben hatten und der Bus über 1,5 Stunden dort hin brauchen würde.
Mit der nicht besten Laune stiegen wir um kurz vor 3 auf das Boot. Diesmal fuhr es pünktlich um 15 Uhr los. Nach einer Weile legten wir uns auf den Boden zu den Rucksäcken und ich schlief mit dem leichten Schaukeln ein. Diesmal war die Bootsfahrt nicht so wild. Es waren kaum Wellen und überfüllt war es auch nicht.


Als wir um kurz nach 16 Uhr in San Jorge ankamen, stürmten zig Taxifahrer auf uns zu. "Taxi amigos" Wie ich das hasse. Nachdem wir mit Mühe alle abgewimmelt hatten, fuhren wir mit einem Collectivo-Taxi für 20 Cordoba (0,67 Euro) pro Person nach Rivas zum Bus Bahnhof. Hier erfuhren wir das, was wir befürchtet hatten - der Bus zum Strand war weg. Wieder kamen ein paar Taxifahrer auf uns zu und alle wollten uns zum Strand bringen. Nach ewigen Diskussionen fuhren wir mit einem ganz sympathischen für 400 Cordoba (13,35 Euro) fast eine Stunde zum Strand. Im Vergleich zu Tirol ist das zwar billig, aber da wir doch ein recht knappes Budget haben und für den Bus nur einen Bruchteil gezahlt hätten, war unsere Laune fast am Tiefpunkt.
Angekommen am Playa Gigante gingen wir in das einzige Hostel "Camino de Gigante" und fragten nach dem Preis. Hier trafen wir auch die 2 Schweizer wieder, die schon in Belize mit uns schnorcheln waren. 10 USD (9,45 Euro) pro Person für ein Bett in einem Dorm und 30 USD (28,40 Euro) für ein Privatzimmer ohne Bad. Als wir das hörten gingen wir sofort wieder. Da das das einzige Hostel war, gab es sonst nur noch Zimmer, welche Einheimische vermieten. Wir waren recht froh, als wir 2 Schilder mit "Se rentan habitaciones" (Zimmer zu vermieten) sahen und fragten gleich nach den Preisen. Eine wollte 20 USD (18,40 Euro) für ein hässliches Zimmer und der andere sogar 25 USD (23 Euro) für ein gleich hässliches Zimmer. Na toll. Wir waren fix und fertig und wollten zurück zu den Schweizern gehen, was trinken und uns überlegen was wir machen. Inzwischen war es auch schon dunkel. Am Weg zu deren Hostel fragte uns ein Einheimischer, ob er uns helfen könnte und als wir ihm erklärten, dass wir ein günstiges Zimmer wollen, brachte er uns zu seinem "amigo", da dieser Zimmer vermietet. Wir kamen zu einem schäbigen Haus und bekamen eines der hässlichsten Zimmer der ganzen Reise für 16 USD (14,70 Euro) pro Nacht. Im Zimmer stank es und Schloss hatten wir auch keines. Da wir wirklich fertig waren, entschieden wir uns dafür hier zu bleiben und machten den größten Fehler, den man bei sowas machen kann. Wir zahlten für 4 Nächte auf einmal.
Schon am nächsten Morgen wurde uns das zum Verhängnis. Nachdem wir bemerkten, dass uns einer in der Früh durchs Fenster beobachtet hatte, beschlossen wir ins Dorm des Hostels zu ziehen, da wir uns dort sicherer fühlen würden und es auch nicht so stinkt. Falsch gedacht. Geld gibt es natürlich nicht zurück und es sei "unser Problem". Wir diskutierten lange, was wir machen sollten und ob wir einfach auf das Geld verzichten sollten und umziehen, aber schlussendlich beschlossen wir, einfach dort zu bleiben und das Beste daraus zu machen. (Es gab viele Tränen und viel Streit an diesem Vormittag. Ich möchte nur nicht zu viel darüber schreiben, da ich diesen Tag nicht in Erinnerung behalten möchte. Nur so viel: es war der schlimmste Tag der gesamten Reise und noch nie hab ich mich so sehr heim gewünscht wie da.)
Da wir in diesem Zimmer so wenig wie möglich Zeit verbringen wollten, verbrachten wir den ganzen Tag mit den Schweizern und 2 Innsbruckern (ja, es gibt welche in Nicaragua) in deren Hostel. Abends gingen wir nur zurück um mit der Salzwasserdusche zu duschen (meine armen Haare) und zu schlafen.
Heute wurden wir wieder von den Lärm der Leute in dem Haus geweckt. Wir gingen gleich frühstücken mit einem tollen Ausblick und dann zum Strand.
Später werden wir mit den anderen Karten spielen und das beste aus unseren letzten Tagen in Nicaragua machen.

Bisher haben wir immer gehört, dass Nicaragua so günstig und schön ist. Ja, es gibt wunderbare Orte hier, aber günstig ist es nicht. Diesen Eindruck haben zumindest wir. Hostels fangen bei 15 USD an und Essen in Restaurants ist gleich teuer als in den anderen Ländern. Natürlich findet man günstiges Straßenessen, doch das findet man auch in den Ländern nördlich von Nicaragua.

02Dezember
2015

Charco Verde

Gestern sind wir, gemeinsam mit drei Kanadiern (ja, die sind überall) zu dem kleinen Naturschutzgebiet Charco Verde gefahren. Sie hatten sich 125er Roller ausgeliehen und so mussten wir immer wieder auf sie warten, da wir viel schneller waren. Nach einer Stunde Fahrt und nachdem wir uns verfahren hatten, kamen wir an. Am Eingang erklärte uns eine Frau, dass wir Affen, Schildkröten und verschiedene Schmetterlinge sehen können. So zahlten wir die 50 Cordoba (1,70 Euro) Eintritt und spazierten los. Als wir uns noch Wasser für den Weg kauften, fanden wir unseren persönlichen Guide in Gestalt eines total süßen Hundes, dem leider ein Auge fehlt. Er begleitete uns den ganzen Weg lang. Als erstes kamen wir zu einem Aussichtspunkt von dem aus wir einen super Blick auf den See hatten.

Aussichtspunkt Aussichtspunkt

Später kamen wir zu einem kleinen Strand. Obwohl es heiß war, hatten wir alle zu viel Angst vor den Bullenhaien und gingen nicht ins Wasser.

Strand
Der Weg war wirklich schön und führte mitten durch den Dschungel. Affen oder Schildkröten sahen wir leider nicht.

Nach knapp 2 Stunden kehrten wir zurück und unser "Guide" war fix und fertig und schlief gleich ein.

Danach fuhren wir wieder nach Altagracia für Straßenessen und als Nachspeise kaufte Christoph mir ein Snickers, da der 1.12. war und ich ja keinen Adventskalender habe.
Den Abend haben wir dann im Hostel verbracht.


Gerade haben wir bei der Motorradvermietung angerufen und gesagt, dass wir das Motorrad einen Tag später zurück bringen.
Übermorgen fahren wir dann schon nach Costa Rica. Die Zeit verfliegt nur so. Wir waren gerade noch in Mexiko und da haben wir uns immer gedacht, was für ein weiter Weg es nach Costa Rica ist.
Bald ist auch schon Weihnachten, aber es ist ziemlich schwer hier in Weihnachtsstimmung zu kommen bei 30 Grad im Schatten. Dafür bekommen wir bald Besuch und darauf freue ich mich total!!

30November
2015

Isla Ometepe

Sonntag früh sind wir mit dem Bus zurück nach Rivas gefahren. Diesmal dauerte die Fahrt nur 45 Minuten, da wir einen anderen Weg fuhren und nicht ständig anhielten. In Rivas nahmen wir ein Taxi nach San Jorge für 100 Cordoba (3,50 Euro). Dort mussten wir über eine Stunde auf das Boot zur Isla Ometepe warten. Das Boot sollte um 12.30 Uhr fahren. Um 12.45 Uhr stiegen wir in das Boot ein. Schon im Stehen schaukelte es wie wild und ich hatte ziemlich Angst. Ich krallte mich am Geländer fest und um 13.40 Uhr, mit über einer Stunde Verspätung, fuhren wir endlich los. Wir hätten nie gedacht, dass es auf einem See so große Wellen geben kann, doch wir wurden durchgeschüttelt wie in einer Achterbahn. Immer wieder schrien Leute um uns herum und Wasser schwappte auf das Boot. Glücklicherweise wurden wir nicht seekrank. Eine Asiatin hatte nicht so viel Glück und musste sich übergeben.

Bootsfahrt Isla Ometepe

Nach über einer Stunde Fahrt kamen wir endlich auf der Isla Ometepe an.
Wir gingen gleich in ein Geschäft, welches Motorräder verleiht und liehen uns eines für 3 Tage für 75 USD (70,85 Euro).

unser Motorrad

Ob wir überhaupt einen Führerschein haben, interessierte niemanden. Unsere großen Rucksäcke deponierten wir in dem Laden und wir nahmen nur unsere 2 kleinen vollgestopften Rucksäcke mit. Als wir los fuhren hatten wir keine Ahnung wohin wir fahren. Unser Plan war irgendwo ein schönes Hostel zu finden. Nach über einer Stunde Fahrt trafen wir auf 3 Leute, die wir schon im Bus von Granada nach Rivas getroffen hatten. Die waren mit Rollern unterwegs und wir folgten ihnen zu ihrem Hostel. Das Hostel Zopolite war ziemlich cool. Ein Hostel mitten im Dschungel, wo wir für ein Privatzimmer ohne Bad 16 USD (15,10 Euro) zahlten.

Zimmertüre unser Zimmer

Erst später schauten wir uns die Klos an. Plumpsklos! Ohne Spülung! Einfach ein Toilettensitz mit einem rießen Loch darunter. Der Gestank war abartig.
Diese Klos sind aber nur für das "große Geschäft".
Plumpsklos Plumpsklos
Wenn man "klein" muss, sollte man das hier tun:
fürs kleine Geschäft
Außerdem sahen wir erst im Dunkeln, dass die Duschen kein Licht haben. Na toll, dann also ungeduscht ins Bett.
Heute früh haben wir dann gleich nach dem Frühstück ausgeheckt und sind in ein anderes Hostel, das Lazy Crab gezogen. Hier zahlen wir den selben Preis und haben sogar eine Gemeinschaftsküche.
Nachdem wir den Hostelwelpen ausgiebig gestreichelt hatten, fuhren wir mit dem Motorrad zum Ojo de Agua (Auge des Wassers). Auf halben Weg fiel mir ein, dass ich das Geld vergessen hatte, aber da Christoph eh Feuer und Flamme für das Fahren ist, hat er ohne zu meckern umgedreht. Angekommen am Ojo de Agua konnten wir für 83 Cordoba  (2,90 Euro) pro Person die Wasserquelle bestaunen und auch in dem glasklaren Wasser schwimmen.

Ojo de agua


Danach fuhren wir nach Altagracia um Straßenessen zu essen und dann fuhren wir zurück zum Hostel um Karten zu spielen mitn den Leuten, die wir vorher getroffen haben. Die sind jetzt auch mit uns im Lazy Crab. Am Abend kochten wir Reis mit Eier, Platanos (Kochbananen) und Krautsalat.
Heute morgen mussten wir von unserem Privatzimmer in das Dorm umziehen, da das Zimmer reserviert ist. Im Dorm teilen wir uns ein Bett und zahlen dafür 270 Cordoba (9 Euro).

Heute werden wir wieder über die Insel düsen. Mal schauen was wir heute so entdecken.

29November
2015

San Juan del sur

Gestern morgen gabs zum Frühstück Milchreis an einem Straßenstand für 10 Cordoba (0,35 Euro). Danach gingen wir mit unseren Rucksäcken zum Bus. Obwohl wir 30 Minuten zu früh da waren, war der Bus schon fast voll und wir hatten Glück, noch Plätze zu bekommen. Wir saßen hintereinander statt nebeneinander und das wäre auch halb so schlimm gewesen, wenn der Junge neben mir während der Fahrt nicht angefangen hätte sich zu übergeben. Irgendwie passiert uns das ziemlich oft, dass sich Leute im Bus neben uns übergeben. Einmal war es ein kleiner Junge in der Sitzreihe neben uns, ein anderes mal eine Frau, die glücklicherweise eine Tüte hatte und gestern eben dieser Junge. Leider wird mir dabei immer selbst schlecht, aber ich hab natürlich auch Mitleid.
Während der Busfahrt waren wir uns plötzlich doch nicht mehr so sicher wo wir hinfahren sollten. Wir beschlossen an der Endstation des ersten Busses "nach Gefühl" zu entscheiden. Angekommen in Rivas waren wir uns dann einig, dass wir nach San Juan del sur statt auf die Isla Ometepe fahren. Gleich nachdem wir aus dem Bus gestiegen sind, wollte uns schon wieder ein Taxifahrer übers Ohr hauen und uns für 10 USD (9,45 Euro) zum Strand bringen. Zum Glück wussten wir es besser und nahmen den Bus für 25 Cordoba  (0,90 Euro). Laut unserem Reiseführer  (welchen wir in El Salvador in einem Hostel gefunden haben) sollte die Fahrt 45 Minuten dauern. Wir waren allerdings fast 2 Stunden unterwegs. Die Straße war ziemlich schlecht mit lauter Schlaglöchern und außerdem hat der Bus alle 100 Meter gehalten um Leute aussteigen zu lassen. Als wir endlich in San Juan del sur ankamen, wollten wir nur noch schnell ein Hostel finden und essen gehen. Leider haben wir uns das einfacher vorgestellt als es war. Die paar guten Hostels der Stadt waren ausgebucht und alle anderen waren wirklich schlechter als schlecht. Nach über einer Stunde suchen, entschieden wir uns für ein Zimmer in "Chaly's House". Hier zahlen wir zwar 20 USD (18,90 Euro) pro Nacht, aber zumindest haben wir ein eigenes Badezimmer. In den anderen Hostels die wir uns angeschaut hatten, war der Preis der selbe, aber ohne Bad.
Wasserrohre im Zimmer Duscje
Nachdem wir die Sachen im Zimmer verstaut hatten, spazierten wir zum Strand und holten uns die wahrscheinlich beste Pizzaschnitte in ganz Mittelamerika. Am Abend wollten wir noch was trinken gehen, sind aber nach 30 Minuten auf Grund der Amis in der Bar abgehauen.
San Juan del sur erinnert mich sehr an Playa del Carmen in Mexiko. Der Strand ist zwar ganz nett, aber wir haben schon viel schönere gesehen. Hier gibt es viele schöne Restaurants und Hotels und alles ist teurer. In diesem Ort sind mehr Touristen (hauptsächlich Amis) als Einwohner und die schmeißen nur so mit dem Geld rum und führen sich unmöglich auf. Heute Mittag waren wir am Strand und haben einheimischen Kindern in durchlöchten Klamotten zugeschaut, wie sie irgendwelche Sachen versuchten zu verkaufen. Ein Junge hat sich sogar übergeben, aber weiter verkauft. Hinter einer Ecke sahen wir dann ein paar dieser Kinder am Boden liegen und schlafen. Die Kluft zwischen der Armut der Einheimischen und den Reichtum der Touristen ist riesig und wir fühlen uns sehr unwohl hier. Wir werden natürlich auch als "reiche Weiße" angesehen und das nervt mich. Diese Touristen nehmen keine Rücksicht auf die Einheimischen oder deren Land. Müll wird einfach am Strand liegen gelassen, es wird billig gesoffen und die Einheimischen werden nur so herum kommandiert.

Strand Strand Jesusstatue Sonnenuntergang

Hätten wir gewusst was uns hier erwartet, wären wir gar nicht hergekommen. Dieser Ort hat nichts mit dem restlichen Nicaragua, was wir bis jetzt gesehen haben, zu tun.

Morgen früh fahren wir weiter auf die Isla Ometepe. Das ist eine der größten Süßwasserinseln der Welt und liegt im Nicaraguasee. Das ist so ziemlich alles was wir darüber wissen, aber so geht es uns meistens. Wir freuen uns schon darauf weiter zu fahren, auch wenn es im Nicaraguasee Bullenhaie gibt, weswegen wir sicher nicht schwimmen gehen werden....

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